Haan: Alina liebt das Rampenlicht

Haan: Alina liebt das Rampenlicht

Alina Herrmann aus Haan spielt am Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater die Hauptrolle in „Emil und die Detektive“.

Etwas spitzbübisch wirkt Alina schon. Naja zumindest als Emil in diesem blauen 20erJahre Dreiteiler. Die langen blonden Haare hat sie unter ihrer Schiebermütze versteckt, von der Siebtklässlerin aus Haan bleibt in diesem Augenblick zumindest optisch nur wenig übrig. Alina hat gleich die allerletzte Generalprobe vor der Premiere von „Emil und die Detektive“ am Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater, es ist wuselig in dem großen Theatersaal, letzte Requisiten werden auf die Bühne geschoben, die Musiker stimmen ihre Instrumente, viele Darsteller – alle bereits in Kostümen und mit Maske – warten auf das große Einsingen unmittelbar vor Beginn der Probe.

„Das ist einfach so toll hier“ schwärmt Alina, winkt einem anderen Jungschauspieler zu, richtet noch einmal ihr Jackett. Alina ist voller Vorfreude, von Nervosität keine Spur. „Ich bin einfach überglücklich und freue mich so unwahrscheinlich auf die Bühne“, sprudelt es aus der strahlenden 12-Jährigen nur so hervor. „Lampenfieber ist mir total fremd.“

Ihre Mutter Annelie lacht und streichelt „Emil“ über die Schultern: „Alina ist einfach schon immer eine kleine Rampensau gewesen, im Gegensatz zu ihrer gro0en Schwester.“ Bühnenerfahrung hat Alina bereits reichlich, mehrfach hat sie bei „Jugend musiziert“ mitgemacht, Jazz- und Modern Dance vor Publikum getanzt.  Und nun das:  die ganz große Hauptrolle in einem renommierten Theaterstück.

„Ich hab schon mal als Komparsin mitgespielt und nehme seit drei Jahren Schauspielunterricht und dann hat meine Mama durch Zufall von dem Casting für dieses Stück gelesen und wir sind hergekommen. Da musste ich dann mal schauspielern, mal tanzen oder singen und irgendwann war ich in der Endrunde“, erinnert sich die junge Haanerin. „Ich hab mir auch gedacht, dass ich irgendeine Rolle bekommen werde, aber als dann der Brief kam, in dem stand dass ich Emil spiele, da war ich total fassungslos.“

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Und so probt Alina seit Monaten bis zu fünf Mal die Woche in Wuppertal für die große Premiere am heutigen Abend und die darauffolgenden unzähligen Aufführungen. „Ich bin ganz gut in der Schule“, sagt sie fast schon ein wenig verlegen, „daher ging das mit der vielen Zeit hier recht problemlos.“  

Der musikalische Direktor ruft zum Einsingen, sofort schlüpft Alina in die Haltung des Emil, stellt sich mit den anderen im Kreis auf, singt Tonleitern, rudert mit den Armen, macht sich warm, ist im wahrsten Sinne des Wortes in ihrem Element. „Alina begeistert mich unwahrscheinlich“, schwärmt Regisseur Peter Adrian Krahl, während er das Geschehen beobachtet. „Sie hat eine unfassbar gute Auffassungsgabe und kann Anweisungen wahnsinnig schnell umsetzen.“

 Alinas ansteckendes  offenes Lachen, das Strahlen in den Augen, die Begeisterung in der klaren Stimme –  all das trägt sie mit in ihre Rolle als Emil. Es fällt nicht schwer sich vorzustellen, dass die Gymnasiastin den Brettern, die die Welt bedeuten, lange erhalten bleibt. Und wenn es nicht zur berühmten Schauspielerin reichen sollte, wechselt sie einfach das Genre: Alina wurde soeben im Fach Harfe an der Folkwang Hochschule der Künste als mit Abstand jüngste Studentin angenommen.  „Ich denke mal, es wird beruflich  auf Musical hinauslaufen“, erklärt das selbstbewusste Mädchen und hüft fröhlich durch den Saal, „da kann ich alles vereinen: Schauspiel, Tanz und Gesang.“