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AGNU Haan baut Krötenschutzzaun auf

Naturschutz : Naturschützer helfen Kröten sicher über die Straße

An Haans Stadtgrenze an der Zufahrtsstraße zum Reiterhof Hermgesberg steht jetzt der Krötenzaun wieder.

Wenn es im Frühjahr wärmer wird, gehen wieder unzählige Kröten auf Wanderschaft, um in ihre Geburtsteiche zurückzukehren. Unterwegs sind die Kaltblüter meist in der Dämmerung – und dann kann es zuweilen vorkommen, dass über hundert Tiere gleichzeitig einen kurzen Straßenabschnitt überqueren. Autofahrer haben keine Chance, den Kröten auszuweichen.

Um die größten Krötenmassaker zu verhindern, spannen Umweltschützer deshalb an besonders frequentierten Abschnitten grüne Krötenzäune auf, so wie am Samstag an Haans Stadtgrenze an der Zufahrtsstraße zum Reiterhof Hermgesberg. Knapp zweihundert Meter Zaun werden hier aufgestellt. „Die Kröten wollen zum Teich hinter dem Hof, wo sie geboren wurden“, erklärt Beate Wolfermann, die die Errichtung der Krötenzäune für die „AG Natur und Umwelt Haan“ organisiert. „Sie kommen von den Wiesen und Feldern und sammeln sich hier.“

Mit den Krötenzäunen werden vor allem Erdkröten gerettet. Viele Freiwillige sind gekommen, um beim Aufbau des Zauns zu helfen. Es ist ein generationsübergreifendes Projekt, bei dem Kinder genauso mithelfen wie Senioren. Bis zu 1.000 Kröten fallen allein hier jedes Jahr in die eingegrabenen Eimer. „Morgens gehen Freiwillige die Kröten einsammeln und tragen sie in den Eimern hinter den Hof, damit sie in Sicherheit sind“, sagt Wolfermann.

Barne ist einer der jüngsten Krötenschützer. „Letztes Jahr habe ich Kröten eingesammelt“, erzählt der Sechsjährige. Berührungsängste mit den Amphibien hat er überhaupt keine. In diesem Jahr ist Barne gekommen, um beim Aufbau des Krötenzauns mitzuhelfen. „Da war ich noch nicht dabei“, erklärt er und rollt den dicht gewebten grünen Zaun aus.

Fündig sind die Tierschützer übrigens auch schon geworden. Sie haben nicht nur eine weibliche Kröte gefunden, sondern auch einen munteren Frosch. Drei bis sechs Wochen bleiben die Krötenzäune stehen. „Das kommt darauf an, wie das Wetter ist“, sagt Beate Wolfermann. Bis dahin dürften die Kröten sicher an ihren Laichplätzen angekommen sein.