1. NRW
  2. Städte
  3. Haan

AGNU Haan: Artenschutzturm wartet auf Besucher

Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt Haan : Artenschutzturm wartet auf Besucher

Ehrenamtliche Helfer der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt investierten mehrere hundert Arbeitsstunden, um das Industriedenkmal in der Elp zu sanieren und für die tierischen Bewohner herzurichten.

Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU) Haan  hat einen eigenen Artenschutzturm, der jetzt fertiggestellt und eingeweiht wurde. In der Elp 1 zwischen Haan und Gruiten grüßt der alte Trafo-Turm der Stadtwerke Haan in neuem Glanz. In nur acht Wochen haben Ehrenamtliche das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden hergerichtet. Der Turm erhielt ein neues Dach, das Mauerwerk des über 110 Jahre alten Gebäudes wurde saniert und angestrichen.

Das eigentlich Wichtigste aber sind die vielen Einschlupflöcher, Nistkästen und Landungsstangen, damit Turmfalke, Fledermaus, Mauersegler, Schleiereule, Mehlschwalbe und sogar Schmetterlinge, Marienkäfer, Wespen und Hornissen hier einziehen können. „Sie werden sich nicht gegenseitig stören“, sagt Sven Kübler, der Haaner AGNU-Vorsitzende, „denn die Tiere bevölkern den Turm zu unterschiedlichen Zeiten und Orten“. Kübler ist dankbar, dass die Renovierung des Artenschutzturms schließlich so erfolgreich vonstatten ging. Denn die Zeit zwischen Übernahme des Gebäudes von den Stadtwerken Haan, den Verhandlungen mit der Denkmalbehörde, den vielen zusätzlich auftretenden Mängeln und der Suche nach Sponsoren war aufregend genug.

  • Das ältestes Fotodokument der Haaner Kirmes
    Etwas Historie zur Haaner Kirmes : Haaner Kirmes – Attraktion seit Generationen
  • Haan : Haan setzt Zeichen für Vielfalt und Offenheit
  • Safia (links) hat beim Malwettbewerb der
    Aktion der Caritas für Kinder : Haaner Migrantenkind gewinnt Malwettbewerb

Zwar konnte die AGNU das Gebäude für einen symbolischen Euro übernehmen, aber die Folgekosten verschluckten fünfstellige Summen. Knapp 15.000 Euro benötigte der Verein für das jüngste Projekt. Die NRW-Stiftung – Martin Woike, ein Haaner, übergab den Förderbescheid über 9500 Euro –, die Stadt-Sparkasse Haan, die Haaner Bürgerstiftung und unter anderen die Firmen Ostermann, Schüren und Haaner Felsenquelle beteiligten sich an den Baukosten. Die benachbarte Familie Eicker spendete Wasser und Strom. Und 15 ehrenamtliche Helfer leisteten in neun Wochen über 500 Arbeitsstunden.

 Drei in der Elp geschlüpfte Turmfalken schauen dem Beringer neugierig bei der Arbeit zu.
Drei in der Elp geschlüpfte Turmfalken schauen dem Beringer neugierig bei der Arbeit zu. Foto: AGNU/Krause

Die Biologin Conny Heckermann und der Bauingenieur Uwe Rabe lieferten nicht nur Fachwissen, sondern leisteten umfangreiche Handwerksarbeit. Hans-Joachim Friebe war verantwortlich für den Anstrich des Turms. Der Wuppertaler Dachdecker Marcel Merten gab dem Turm ein neues Dach. Als die Juli-Flut den Sockelbereich des Gebäudes beschädigte, mussten die Restarbeiten erst einmal ruhen.

Mächtig stolz auf diesen ungewöhnlichen Artenschutzturm ist auch Bürgermeisterin Bettina Warnecke, die das Gebäude offiziell einweihte. 1982 wurde es in die Haaner Denkmalliste eingetragen, denn der Turm stehe für ein gutes Beispiel für die Energieversorgung in früheren Zeiten und sei somit ein Industriedenkmal. Die Größe des Innenraums beträgt nur sechs Quadratmeter, weiß Sven Kübler. Und die oberen Flächen könne man derzeit nur mit einer Feuerleiter erreichen. Später, so sagt der AGNU-Vorsitzende, soll noch eine Kamera installiert werden, damit die einfliegenden Tiere dokumentiert werden können.

Jedenfalls jetzt schon weiß die AGNU, dass in den letzten zwei Jahren ein Falkenpaar jeweils fünf Junge hier aufgezogen hat. Der Artenschutzturm solle auch Anregung für die Menschen sein, um darüber nachzudenken, wie man zuhause zusätzlich Schutz und Nahrung für die heimische Tierwelt sichern kann, sagt Sven Kübler.