Haan: Ärger um Müll im Schredder

Haan : Ärger um Müll im Schredder

Wurde tatsächlich ein neues Mähgerät angeschafft, um den Abfall am Wegesrand gleich mitzuschreddern und dadurch Personal einzusparen? Der Kreis sagt, der Müll werde eingesammelt.

Hans-Joachim Friebe ist sauer. "Schauen sie doch mal an den Straßenrändern. Da liegt überall Müll herum." Das allein wäre schon ärgerlich genug. Doch den Haaner Landschaftswart stört etwas anderes. "Früher wurde der Müll vor dem Mähen abgesammelt, jetzt bleibt er liegen und wird quasi zerschreddert", behauptet Friebe. Mit seinen Vorwürfen an die Kreisverwaltung geht er sogar noch weiter. Angeblich habe man dort einen robusteren Mäher angeschafft, um sich der lästigen Müllsammelei entledigen zu können. Mit diesem Gerät sei man nun unter anderem an der K20n in Haan und an der Hildener L403 unterwegs, um die Straßenränder zu mähen. Und, so behauptet der Landschaftswart, der Abfall bleibe einfach liegen. Dazu werde auch noch Personal eingespart, weil das Müllsammeln ja jetzt nicht mehr nötig sei. Dabei sei das Thema in der Vergangenheit bereits auf der Tagesordnung des Umweltbeirates gelandet. Der Landrat habe zugesichert, sich der Sache annehmen zu wollen. "Passiert ist bis jetzt nichts", wundert sich Friebe.

Wurde tatsächlich ein neues Mähgerät angeschafft, um den Müll gleich mitzuschreddern und dadurch Personal einzusparen? Die Suche nach Antworten auf die Fragen gestaltet sich schwierig. Ein Anruf bei der Straßenmeisterei Velbert, die neben dem Kreis und den Städten für die Pflege von Straßenrändern zuständig ist, führt zurück zur Straßenmeisterei und dort ins Leere. Unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich trotz mehrmaliger Versuche niemand, das Handy ist ausgestellt. Mag sein, dass diese Unpässlichkeit der Ferienzeit geschuldet ist. Weiter geht's also bei der Kreisverwaltung. Womöglich kann die Untere Landschaftsbehörde des Kreises weiterhelfen? Dort müsste die Sache ja für Aufruhr sorgen. Schließlich wären die Konsequenzen zugemüllter Straßen unabsehbar. In Kleinteile zerlegt, könnte der Abfall bei entsprechender Topografie in der Kanalisation, auf Feldern oder in Bächen und Flüssen landen. Und dennoch: Auch der Anruf bei der Naturschutzbehörde führt nicht weiter. Dort weiß man angeblich von nichts, immerhin wird auf die Zuständigkeit des Kreisbauhofs verwiesen.

Klarheit gibt's schließlich bei der Sprecherin. Sie wiederum ist verwundert, dass besagtes Thema überhaupt noch ein Aufreger ist. "Wir haben jedenfalls keine moderne Mähmaschine angeschafft, um den Müll liegenlassen zu können", kann Daniela Hitzemann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Allerdings räumt sie ein, dass der bereits seit einiger Zeit eingesetzte Mäher kaum Probleme damit habe, wenn im Gras auch noch Abfall herumliegen sollte. "Um den vorher einzusammeln, haben wir aber schon vor mehr als einem Jahr drei von der Agentur für Arbeit bezuschusste Stellen eingerichtet", klärt sie über den derzeitigen Stand der Dinge auf. Die Mitarbeiter seien seither mit der Müllzange an den Straßenrändern der Kreisstraßen unterwegs. Und das nicht nur irgendwo und irgendwann, sondern gezielt dort, wo kurz darauf gemäht werden soll. Natürlich werde auch schon mal etwas übersehen. "Aber der Großteil wird abgesammelt", glaubt Daniela Hitzemann.

(magu)
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