Abfallentsorgung in der Stadt Haan wird neu aufgestellt

Haan : Awista übernimmt Haaner Müllabfuhr

Zum 1. April 2019 gibt es in der Stadt Haan einen Wechsel des Entsorgers für Restmüll, Blaue Tonne und Biomüll. Änderungen stehen schon im neuen Abfallkalender, der spätestens am 1. Januar jedem Haushalt vorliegen sollte.

Die Stadt Haan hat einen neuen Abfallentsorger. Das Düsseldorfer Unternehmen Awista sammelt ab 1. April 2019  die Abfälle aus schwarzer Restmüll-, brauner Bio und blauer Altpapiertonne ein. Altpapier holt Awista schon jetzt ab. Der Vertrag mit dem noch aktuellen Entsorger Drekopf läuft zum 31. März aus. Drekopf hatte sich im übrigen bei der letzten Ausschreibung gegen Awista durchgesetzt.

Der neue Vertrag mit einer Laufzeit von sechs Jahren war im Sommer europaweit ausgeschrieben worden. Zuvor hatte sich die Stadt Haan von externen Fachleuten beraten lassen. Unter anderem in der Frage der Laufzeit. Nach übereinstimmender Meinung mehrerer Fachbüros ist eine eher längere Laufzeit in der Abfallbranche mit geringeren Preisen verbunden, berichtete Torsten Rekindt, Leiter des Bauverwaltungsamtes, am Montag in einem Pressegespräch. Weniger als zehn Entsorgungsunternehmen gaben Angebote für den Auftrag aus der Gartenstadt ab.

Eine Auskunft über den Wert des im November abgeschlossenen Vertrag gab der Amtsleiter zwar nicht. Doch pro Jahr legt die Stadt über die Gebühren rund zwei Millionen Euro auf alle Gebührenzahler um. Insofern ist der Vertragsabschluss über die Jahre mit einer zweistelligen Millionensumme belegt.

Verbunden mit dem Entsorgerwechsel sind einige Änderungen. So wird unter Awista-Regie die Leerung der blauen Altpapier-Tonnen nicht mehr am Leerungstag des einzelnen Bezirkes stattfinden, sondern künftig freitags. Das wird bereits ab 1. Januar umgesetzt. Und: Die Sperrmüllabfuhr – bislang immer freitags – wird vom neuen Entsorger flexibel abgewickelt. Zum einen kann das Unternehmen damit seinen Fahrzeugpark effektiver einsetzten. Zum anderen erhoffen sich die Verantwortlichen damit, dem um sich greifenden Sperrmüll-Diebstahl entgegenzuwirken.

Denn die Fälle mehren sich, dass aus gemeldeten Elektro-Geräten Kupfer-Bestandteile ausgebaut sind, weil dieses Metall entsprechende Erträge gibt. „Von herausgelegten Lampen werden schon die Stromleitungen abgeknipst“, weiß Abfallberaterin Carmen Viehmann. Aber auch Metall wird gerne von Sperrmüllsammlern aussortiert und selbst am Altmaterialmarkt verkauft.

Diese Praxis schadet am Ende allen Gebührenzahlern. Denn die Erlöse aus der Vermarktung von Metallen fließen als Einnahme in den Gebührentopf und senken damit die Summe, die über Grundgebühr und  Behältergröße umgelegt werden muss. Um dem Sperrmüllklau zu begegnen, rät Carmen Viehmann dazu, den Sperrmüll erst am Abfuhrtag an die Straße zu stellen. Elektroschrott und Metall kann kostenlos beim Containerdienst Bartz an der Straße Schallbruch abgegeben werden; die Erlöse aus diesen beiden Fraktionen gehen auch an die Stadt.

Im neuen Umweltkalender 2019, dessen Verteilung an die Haushalte gerade läuft, hat Carmen Viehmann auch erläutert, warum Verträge ausgeschrieben werden und wie das Verfahren läuft. Der enthält auch einen ersten Hinweis auf den Dreck-weg-Tag am 28. September; das ist der Samstag nach der Kirmes.

Die Abfallgebühren sind früher in der letzten Ratssitzung eines Jahres für das darauffolgende Jahr per Satzungsbeschluss festgesetzt worden. Ende 2017 aber beschloss der Stadtrat erstmals eine Gebührensatzung mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Insofern ändern sich die Gebühren 2019 nicht. Ende nächsten Jahres steht die nächste Gebühren-Beratung an. Auch künftig sollen Satzungen für zwei Jahre erlassen werden. Im Sommer 2019 wird das Bauverwaltungsamt mit der Gebührenkalkulation beginnen. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Entgelt für die Leerung der Tonnen und die Entsorgung der Abfälle teurer wird. Das liegt zum einen an den neuen Vertragskonditionen. Zum anderen wird die Gebühr auch beeinflusst durch die Verbrennungskosten, die der Kreis den Städten in Rechnung stellt.

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