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2G-Kontrolle in Haan: Wirt erhält viel Zuspruch

Nach Vorfall mit Ordnungsamt : Haaner Wirt erhält viel Zuspruch für 2G-Kontrolle

Der Gruitener Gastronom erhält für sein Verhalten gegenüber dem Ordnungsamt positives Feedback. Nun äußert sich die Haaner Bürgermeisterin zu dem Fall.

Der Fall des Haaner Gastronomen, der die Impfausweise von Mitarbeitern des Ordnungsamtes sehen wollte, sorgt landesweit für Diskussionen. „Die Resonanz ist unglaublich. Ich erhalte sehr viel Zuspruch“, sagt Dominik Winter, der das Restaurant „Palazzo im Wiedenhof“ in Haan-Gruiten betreibt.

Der Restaurantleiter des „Wiedenhofs“ hatte vier Mitarbeitern des Haaner Ordnungsamtes zunächst den Zutritt ins Restaurant verwehrt, weil diese der Aufforderung nicht nach kamen, ihre Impfausweise zu zeigen. Daraufhin waren die kommunalen Ordnungskräfte mit der Polizei zurückgekommen; zwei von ihnen hatten schließlich ihre Zertifikate vorgelegt, Winter ließ sie daraufhin in sein Restaurant.

Dem Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ist bislang kein vergleichbarer Fall bekannt. „Von so einer Reaktion habe ich jedenfalls noch nichts gehört“, sagt Dehoga-Sprecher Thorsten Hellwig.

Haans Bürgermeisterin Bettina Warnecke (parteilos) bekräftigte am Mittwoch, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes rechtlich alles „sauber gemacht“ hätten. „Denn sie unterliegen – wie im Übrigen auch das Personal in der Gastronomie – nicht der 2 G, sondern der 3 G-Regel. Ob ein Mitarbeiter seinen Impfnachweis zeigt – wie im Fall Wiedenhof –, kann er selbst entscheiden“, sagte Warnecke unserer Redaktion. Verpflichtet sei das Ordnungsamt dazu aber nicht.  Grundsätzlich begrüßt Warnecke es jedoch, dass die Gastronomen die Einhaltung der 2G-Regelung ernst nehmen. Das habe sie auch in ihrer Antwort auf einen Brief des Restaurantleiters geschrieben, der am Mittwoch aber noch nicht beim Restaurantleiter eingetroffen war.

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Die Bürgermeisterin geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Gastronom das Ordnungsamt bei einem erneuten Besuch unterstützen wird. Winter hält seine Entscheidung weiterhin für richtig und hinterfragt die Rechtsprechung. „Ich bleibe bei meinem Standpunkt“ so der Gastronom.

Ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums erklärt: „Generell gilt für Beschäftigte, die in Einrichtungen und Angeboten, die der 2-G-Regelung unterliegen, tätig werden, dass diese auch ohne Impfung dort tätig sein dürfen, wenn sie über einen aktuellen Testnachweis verfügen - also auch Ordnungsamtsbeschäftigte im Rahmen ihres Dienstes .“ Das sei der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen geregelt. Hintergrund der Regelung sei, dass eine zwingende 2-G-Regelung für Beschäftigte sonst einer Impfpflicht entspräche, so der Sprecher. „Dies wäre bundesgesetzlich zu regeln, wie es für Arbeitsplätze im medizinisch-pflegerischen Bereich ja jetzt geplant ist“, sagt er. Mit der dauerhaften Maskenpflicht werde der Einsatz getesteter Personen in anderen Bereichen dagegen derzeit noch als vertretbar eingeschätzt, so die amtliche Position.

Besonders in den sozialen Medien wird die Maßnahme des Gastronomen gelobt. „Respekt, alles richtig gemacht. 2G – alle werden kontrolliert, auch das Ordnungsamt“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook; eine andere meint: „Egal, ob ein Sonderrecht vorliegt, sollten sich auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes entsprechend ihrer Vorbildfunktion verhalten und mit Selbstverständlichkeit ihren Impfausweis mitführen, das verlangen sie schließlich auch von den Restaurant-Besuchern.“ Ein dritter ist der Meinung, dass auch wenn das Ordnungsamt nicht geimpft sein müsse, der Staat eine Vorbildfunktion habe.