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25 Lkw-Ladungen Möbel für das Gymnasium Haan

Bauprojekt : 25 Lkw-Ladungen Möbel für das Gymnasium

Die ersten der insgesamt 67 Klassenräume sind bereits fertig möbliert. Ab Montag startet der Umzug. Ein Rundgang.

Schon die Zahlen sind beeindruckend: Zur Einrichtung des neuen Haaner Gymnasiums zählen 67 interaktive Tafeln, entsprechend der Anzahl der Klassenräume. Hinzu kommen rund 850 Schränke, 2680 Stühle und 1300 Tische. Die Einrichtung umfasst ein Volumen von etwa 50 Auflegern, also 25 Lkw-Ladungen. Eine spannende Auflistung.

Das Zahlenfeuerwerk spielt beim Rundgang an diesem Vormittag jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Die Besuchergruppe, bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, des Generalunternehmers MBN, der Schulleitung und Medienvertretern, nimmt erst einmal ausgiebig Platz auf den ergonomisch ausgefeilten neuen Stühlen, die bequemes Sitzen in verschiedenen Positionen garantieren. Die Klassenzimmer sind durch Sichtfenster mit benachbarten Differenzierungsräumen verbunden, die aber auch durch sogenannte Whiteboards etwa für Präsentationen abgedeckt werden können.

Rollen unter den Tischen garantieren schnelles und schonendes verändern der Sitzordnung – alles ist aufs Feinste auf die Bedarfe der Schüler und Lehrer abgestimmt.

Kein Wunder, wie Schulleiterin Friederike von Wiser im Laufe des Rundgangs berichtet: „Wir sind von Anfang an bei der Auswahl des Mobiliars und der Ausstattung der Räumlichkeiten beteiligt worden“, sagt sie. „Dafür können wir uns wirklich nur bedanken, denn unsere Bedürfnisse sind durch die Umsetzung absolut befriedigt worden.“

Insbesondere Projektleiterin Katja Sann vom städtischen Gebäudemanagement und Sabine Franz vom Amt für Schule und Sport haben die Fäden bei den Abstimmungsprozessen in der Hand behalten. Nachdem 1999 PCB-Belastungen im alten Schulgebäude festgestellt worden waren, begann 2013 die Planung für die Einrichtung  eines neuen Gymnasiums. Und wenn ab der kommenden Woche der Umzug startet, können außer Akten so gut wie keine Utensilien mitgenommen werden, wie von Wiser betont. 9000 Schulbücher müssen angeschafft werden.

Mehr als ein Jahr lang wurde jedes Detail zur Einrichtung der insgesamt sechs Etagen geplant. Seit Ende Mai wurden die Möbel angeliefert, aufgestellt und montiert. Am 14. August soll das neue Gebäude eingeweiht werden.

Inzwischen ist die Gruppe in jenem lichtdurchfluteten Innenhof angelangt, in dem die Feier coronabedingt stattfinden wird – und weil dieser Hof mit Abstandsregelung nicht alle Schüler aufnehmen kann, dürfen einige von ihnen auch über drei Etagen verteilt von den Fenstern aus zusehen. „Am liebsten hätten wir natürlich in der neuen Aula gefeiert“, räumt Bürgermeisterin Bettina Warnecke ein. Angesichts der Riesenbühne, toller Technik und jeder Menge Platz fürs Publikum ein mehr als nachvollziehbarer Wunsch – nur hat Corona auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht. Immerhin darf sich die Bürgermeisterin aber darauf freuen, wenn künftig die Schulaula als gute Veranstaltungs-Stube auch von der Stadt mitgenutzt werden darf. Jetzt geht es erst einmal darum, den Umzug vernünftig hinzubekommen. Während Monteure noch Lautsprecher und Lampen anbringen, sind die meisten der 67 Klassen- und Fachräume schon bezugsfertig. Des weiteren kommen sieben Differenzierungsräume, 22 Büros und Besprechungszimmer, acht Lagerräume, eine Bibliothek und ein Selbstlernzentrum.

Auch auf die Mensa freut sich die Schulleiterin, denn dieser Raum bietet auch die Möglichkeit für „Mc Break“ – eine Station mit selbst geschmierten Pausenbroten und anderen Kleinigkeiten. Als Getränk gibt es frisches Wasser aus einem eigens installierten Wasserspender. Immerhin ist das Gymnasium eine nachhaltige Schule.

Hans-Georg Kühnemund von der Firma MBN ist zuversichtlich, dass sich auch die kommenden Wochen keine großen Verzögerungen mehr ergeben werden. Abgeschlossen ist das Projekt Gymnasium mit dem Umzug aber noch lange nicht, wie er betont. Bis Herbst kommenden Jahres werde es wohl noch dauern, bis auch das alte Gebäude komplett abgerissen sei. Dann erhält das Gymnasium auch seinen Schulhof zurück.