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Grevenbroich: Zwei Schulen vor dem Aus

Grevenbroich : Zwei Schulen vor dem Aus

Im Schulausschuss am 28. Februar will die CDU eine informelle Elternbefragung beantragen: Die Eltern sollen zwischen einer Gesamt- oder einer Sekundarschule wählen – das "Aus" für mindestens zwei weiterführende Schulen.

Im Schulausschuss am 28. Februar will die CDU eine informelle Elternbefragung beantragen: Die Eltern sollen zwischen einer Gesamt- oder einer Sekundarschule wählen — das "Aus" für mindestens zwei weiterführende Schulen.

Die nächste Sitzung des Schul-Ausschusses wird spannend: Am Donnerstag, 28. Februar, werden die Politiker richtungsweisende Entscheidungen für die Zukunft der Schulen treffen. Die erste: Die CDU wird eine informelle Befragung von Eltern der Dritt- und Viertklässler beantragen.

Sie sollen sich für eine zweite Gesamtschule oder die neue Sekundarschule entscheiden. Die Folge: Je nach Ergebnis werden Schulen aufgegeben. "Wir werden nicht von heute auf morgen Schulen schließen. Dies wird ein Prozess sein", betont Irmintrud Berger (CDU), Vorsitzende des Schulausschusses.

Die Grevenbroicher Schullandschaft ist von drei Entwicklungen geprägt: Die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ist so stark nachgefragt, dass pro Schuljahr bis zu 100 Fünftklässler abgewiesen werden. Zugleich sinkt die Nachfrage nach Hauptschulen: Die Hans-Sachs-Schule in Orken konnte 2011 nur knapp eine Eingangsklasse bilden. Bisher liegen dort, so Rektor Ansgar Strerath, drei Anmeldungen vor. "Wir müssen das Anmeldeverfahren, das am 1. März beginnt, abwarten", sagt Thomas Staff vom Schulamt. Zudem der demographische Faktor: In Grevenbroich werden Schülerzahlen drastisch sinken.

Gesamtschule Eine zweite Gesamtschule müsste mindestens vierzügig sein. Sie würde — als Ganztagsschule — Kinder in neun (statt acht Jahren wie am Gymnasium) zum Abitur führen. Bisher haben SPD, Bündnisgrüne, UWG, ABG und Die Linke/FBG Absichtserklärungen für eine zweite Gesamtschule abgegeben. Würde eine zweite Gesamtschule starten, könnten die beiden Hauptschulen und — je nach Nachfrage — auch die Realschule Bergheimer Straße aufgegeben werden.

Sekundarschule Anders als eine Gesamtschule würde die neue Schulform Sekundarschule keine eigene Oberstufe besitzen. Sie müsste etwa mit einem Gymnasium oder Berufskolleg kooperieren, um auch das Abitur anbieten zu können. Eine Sekundarschule kann starten, wenn zwei weiterführende Schule, etwa eine Hauptschule und eine Realschule, in ihr aufgehen.

Voraussetzung: Der Schulträger stellt einen formellen Antrag, legt ein pädagogisches Konzept vor, mindestens 75 Eltern erklären die Absicht, ihre Kinder dort anzumelden und tun dies auch. Eine Frage, die sich stellt: Würde eine Sekundarschule in Grevenbroich ausreichen? "Auf jeden Fall", meint Irmintrud Berger, "gerade mit Blick auf die sinkenden Schülerzahlen". Bisher favorisiere die CDU eine Lösung mit Sekundarschule

"Noch vor den Sommerferien" will die CDU eine informelle Elternbefragung starten. Anders als bei einer formellen Befragung wären deren Ergebnis zwar für den Schulträger nicht verpflichtend, doch Berger betont: "Der Wille der Eltern ist für die CDU entscheidend".

(NGZ/rl)