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Grevenbroich: Zwei Brände im Industriegebiet

Grevenbroich : Zwei Brände im Industriegebiet

Innerhalb von vier Stunden musste die Feuerwehr zweimal ins Industriegebiet-Ost ausrücken. Dort wurde ein Montagekran Opfer der Flammen – die Polizei geht von Brandstiftung aus. Auch bei Tokai Erftcarbon brannte es.

Innerhalb von vier Stunden musste die Feuerwehr zweimal ins Industriegebiet-Ost ausrücken. Dort wurde ein Montagekran Opfer der Flammen — die Polizei geht von Brandstiftung aus. Auch bei Tokai Erftcarbon brannte es.

Zwei Stunden dauerte der Brandeinsatz an der Marie-Curie-Straße, die Wehr muste erst ein Tor aufbrechen. Der Kran (r.) wurde ein Opfer der Flammen. Foto: D. staniek

Erst ein Jahr alt ist der Montagekran, doch nun ist "er wohl ein Totalschaden. Der Wagen hat einen Neuwert von 250 000 Euro", sagt Helmut Plake, Geschäftsführer der Firma Plake Bedachungen und Gerüstbau im Industriegebiet Ost. Fahrerhaus und Aufbau sind geschwärzt — der Wagen wurde bei einem Brand an der Marie-Curie-Straße ein Opfer der Flammen. Die Polizei ging gestern Nachmittag von Brandstiftung aus.

Gleich zwei Mal musste die Feuerwehr Grevenbroich in der Nacht vor dem Tag der Deutschen Einheit ins Industriegebiet ausrücken. Gegen 23 Uhr "brannte bei der Firma Tokai Erftcarbon eine Bitumen-Kesselanlage", erklärt Feuerwehr-Einsatzleiter Heinz-Wilhelm Becker. Mit zwei Schaumrohren löschten 37 Feuerwehrleute der Hauptamtlichen Wache und von drei freiwilligen Löschzügen das Feuer.

Durch den zeitweise erheblichen Rauch wurde laut Polizei ein Mitarbeiter des Unternehmens leicht verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Nach der ersten Einschätzung der Polizei ist eine Störung im Produktionsablauf die Brandursache. Den Sachschaden schätzt sie auf 30 000 Euro.

Die Einsatzkräfte waren gerade wieder zu Hause, als bereits der nächste Alarm in der Wache einging. Wieder ging's ins Industriegebiet. Bei der Firma Plake Bedachungen und Gerüstbau brannte ein etwa 15 mal acht Meter großer Unterstand, in dem der 34-Meter-Montage-Kran der Firma stand. "Wir mussten zunächst ein Tor aufbrechen, um an den Brand zu gelangen", schildert Einsatzleiter Becker, der in der Nacht gerade mal zwei Stunden Schlaf bekam.

Neben dem Speziallastwagen hatte auch Dämmmaterial an der Wand Feuer gefangen. Zwei Stunden waren 17 Feuerwehrleute im Einsatz, bis die letzten Glutnester gelöscht waren. "Es bestand die Gefahr, dass das Feuer auf eine Nachbarhalle übergriff, das konnten wir aber verhindern", so Becker.

Die Arbeit bei der Firma Plake lief gestern — am Tag nach dem Feuer — weiter. "Aber wir brauchen den Montagekran fast jeden Tag, beispielsweise um das Material auf Dächer zu transportieren", erzählt Helmut Plake. "Wir versuchen jetzt, schnell einen Leihkran oder ein Vorführgerät zu bekommen."

Nun bittet die Polizei die Bürger um Hilfe, Hinweise etwa zumTäter werden unter Tel. 02131 3000 angenommen. 2011 hatte eine Brand-Serie die Bewohner von Allrath und Barrenstein — nicht weit vom Industriegebiet Ost — mehr als ein halbes Jahr in Atem gehalten. Anbauten, Scheunen und Lagerhallen brannten nachts. In etlichen Fällen liegt laut Polizei Brandstiftung vor, ein Täter wurde nicht gefasst.

(NGZ/rl)