Grevenbroich: Zum Frauentag: Erinnerung an Juristin Elfriede Cohnen

Grevenbroich: Zum Frauentag: Erinnerung an Juristin Elfriede Cohnen

Heute, zum Jnternationalen Tag der Frau, erinnert Stadtarchivar Thomas Wolff an Elfriede Cohnen aus Grevenbroich. Sie wurde im Jahr 1901 als eines von sechs Kindern des Textilmaschinenfabrikanten Bernhard Cohnen in Grevenbroich geboren. Sie war eine der ersten Frauen in Deutschland, die ihre Zulassung als Rechtsanwältin erhielt. Bis 1933 arbeitete die junge Grevenbroicherin in ihrer Kanzlei in Frankfurt. Dann wurde die gläubige Katholikin mit dem jüdisch klingenden Namen Opfer des Nationalsozialismus.

Sie erhielt Berufsverbot, weil sie angeblich eine kommunistische Mandantin verteidigt hatte. Wie sie die Folgejahre überlebt hat, ist nicht übermittelt. Bekannt ist, dass Elfriede Cohnen nicht ans Aufgeben dachte und ein neues Studium begann. Bereits 1941 dissertierte sie in Köln nach ihrem Medizinstudium mit ihrer Doktorarbeit über die Organisation der Inanspruchnahme der Sozialversicherung. Später war sie viele Jahre in Grevenbroich als Fachärztin für Radiologie tätig. Sie lebte bis 1979 an der Graf-Kessel-Straße und wurde unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit nach einer Trauerfeier in der Pfarrkirche St. Peter und Paul beigesetzt.

Erst nach ihrem Tode erschien ihr autobiografischer Roman "Ein Leben wie andere". Darin schildert sie ihre Kindheit, in der sie durch einen Unfall und einen medizinischen Kunstfehler ein Bein verliert. Doch sie kämpft sich durchs Leben als behinderte Frau, legt 1925 als erste Frau die juristische Staatsprüfung ab, promoviert erstmals 1926. Den Naziterror habe sie mit Würde begegnet, heißt es über diese bemerkenswerte Persönlichkeit.

(gt)