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Hohes Interesse an stadtgeschichtlichen Themen: Zuccalmaglio: Fall fürs Museum?

Hohes Interesse an stadtgeschichtlichen Themen : Zuccalmaglio: Fall fürs Museum?

Von Wiljo Piel

Von Wiljo Piel

Mehr als 2 000 Besucher lockte die Zuccalmaglio-Ausstellung ins Haus Hartmann. Ein Zeichen für ein hohes Interesse an stadtgeschichtlichen Themen. Nun wird überlegt, ob ab 2005 den Zuccalmaglios und anderen Grevenbroicher Familien ein Raum im Museum gewidmet werden soll.

Es war eine etwas andere Ausstellung, die da im Haus Hartmann über die Bühne ging: Nichts dröges, sondern eine muntere und dennoch hochseriöse Aufbereitung von Wissenschaft. Das kam an. 2 000 Besucher, die sich für das schillernde Leben der Gebrüder von Zuccalmaglio interessierten, sprechen für sich.

Initiatorin Professor Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, blickt zufrieden auf die zweimonatige Präsentation zurück: "Es war ein toller Erfolg", meint die gebürtige Grevenbroicherin und erzählt: "Viele wussten anfangs gar nicht, was hinter dem Namen Zuccalmaglio steckt. Sie waren nachher überrascht, welche Impulse für die Stadtgeschichte von diesen beiden Männern ausgegangen sind." Das Vermitteln von lokalhistorischem Wissen habe anhand vieler Anschauungs-Materialien funktioniert, die Ausstellung ihr Ziel erreicht.

Die Zuccalmaglio-Exponate sind jetzt auf dem Weg nach Bergisch-Gladbach, den Wurzeln der beiden Grevenbroicher Brüder, um dort ebenfalls ausgestellt zu werden. Wie Professor Dr. Cepl-Kaufmann gegenüber der NGZ signalisierte, sind einige Leihgeber aus der Nachkommenschaft der Zuccalmaglios "definitiv daran interessiert", ihre Originale "möglicherweise in Grevenbroich zu deponieren".

Eine Dauer-Inszenierung mache nach Cepl-Kaufmanns Meinung auch Sinn. Sie könne Wissenswertes über die Stadtgeschichte vermitteln und dazu beitragen, die Identifikation mit der eigenen Heimat zu verstärken. Nicht nur anhand der Zuccalmaglios, sondern auch am Beispiel anderer Grevenbroicher Familien. Den Uhlhorns beispielsweise, die an der Erft die erste Münzprägemaschine der Welt entwickelten.

Platz für eine solche Inszenierung würde ab 2005 das Museum bieten. Denn Bodo Schwalm wird rund 20 Prozent seiner Sammlung mit in den Ruhestand nehmen. Damit würden Raumkapazitäten frei für ein solches Projekt.

Bürgermeister Theo Hoer ist bereits im Thema: "Wir sind darüber im Gespräch, wir müssen die Machbarkeiten ernsthaft und ehrlich besprechen", erklärte er und meinte: "Es könnte was draus werden." Nur: Der unter Haushalts-Konsolidierung stehenden Stadt dürfe eine solche Inszenierung "keinen Euro kosten". Es müssten - so wie bei der zu Ende gegangenen Ausstellung - eventuell Sponsoren gefunden werden.

Die Zuccalmaglio-Ausstellung hält Hoer für einen Glücksfall: "Da sind Leute zusammengekommen, die sich nicht für Klaviermusik oder bildende Kunst interessieren, sondern sich aus ihrem Selbstverständnis heraus im Haus Hartmann getroffen haben. Um etwas über die Geschichte ihrer eigenen Stadt zu erfahren." Vielleicht ein guter Ansatz für die Zukunft des Grevenbroicher Stadtpark-Museums.

(NGZ)