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Grevenbroich: Zu wenig Platz im Jobcenter

Grevenbroich : Zu wenig Platz im Jobcenter

Weil die Schreibtische am Empfang des Jobcenters eng und offen stehen, lassen sich Gespräche mithören. Nach einer Beschwerde will das Jobcenter nun nachbessern. Trotzdem fehlt Raum. Das Jobcenter will deshalb umziehen.

Schulden, Krankheiten, Familienstand – bei Gesprächen im Jobcenter geht es oft um sehr private Dinge. Damit sie auch privat bleiben, muss das Jobcenter jetzt nachbessern: Nach einer Beschwerde eines Sozialvereins über mangelnden Datenschutz wird eine Tür am Empfang eingebaut, die mehr Privatsphäre ermöglichen soll. Auch ein verschwundenes Hinweisschild wird wieder aufgestellt. Trotzdem bleibt es eng in den beiden Grevenbroicher Standorten im Rathaus und im Gebäude der Kreisverwaltung. Der Rhein-Kreis sucht deshalb nach einer neuen Immobilie.

"Unhaltbarer Zustand"

Das Soziale Bündnis Jüchen (SBJ), ein Verein, der Arbeitslose und Schwerbehinderte bei Behördengängen unterstützt, hatte sich beim Landesbeauftragten für Datenschutz beschwert. Der Grund: Zwischen Empfang und Anmeldung beim Jobcenters im Rathaus ist der Durchgang offen. Bis zu drei Menschen führen auf engem Raum Gespräche mit Sachbearbeitern. "Alle bekommen automatisch mit, was im Nebenraum besprochen wird", sagt Heiner Lindgens, der Vorsitzende des SBJ. Er hält das für einen "unhaltbaren Zustand". Außerdem bemängelte der Verein, dass ein Schild fehlt, das auf die Möglichkeit eines Gesprächs im Einzelbüro hinweist, wo es keine ungewollten Zuhörer gibt.

Das Jobcenter bestätigte in einer Stellungnahme die Mängel. Es kündigte an, nachzubessern. Die Stadt Grevenbroich, der das Gebäude gehört, wurde gebeten, eine Zwischentür anzubringen. Es habe zu dem Thema bereits ein Gespräch mit Bürgermeisterin Ursula Kwasny gegeben. Das Hinweisschild sei nach einer Umstrukturierung versehentlich nicht mehr angebracht worden.

Die Geschäftsführerin der Jobcenter im Rhein-Kreis Neuss, Wendeline Gilles, bestätigt Probleme mit dem Datenschutz im Grevenbroicher Jobcenter, obwohl der für das Jobcenter ein wichtiges Anliegen sei. "Wir können leider nicht überall gewährleisten, was wir uns vorgenommen haben", sagt Gilles. Im Grevenbroicher Anlaufstelle würden deutlich mehr Menschen betreut, als bei der Einführung der ARGE 2005 geplant. Das Personal sei aufgestockt worden.

Umzug geplant

Abhilfe soll ein Umzug schaffen: "Wir suchen neue Räume in Grevenbroich", sagt Gilles. Der Kreis habe bereits eine Ausschreibung veröffentlicht. So lange das Jobcenter an den bisherigen Standorten untergebracht ist, müsse man mit dem Platzmangel umgehen. Es werde weiter zwei Doppelbüros geben, sagt Gilles. "Das ist nicht zu ändern." Das Jobcenter versuche, etwa durch getrennten Einlass und Gespräche mit gesenkter Stimme die Privatsphäre zu achten.

(NGZ)