Grevenbroich Zu wenig Platz an den beiden Gesamtschulen?

Grevenbroich · Wird es an den Gesamtschulen eng? Und: Wo lernen künftig Hauptschüler? Wichtige Fragen vor der Anmeldung für Fünftklässler.

 An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule starteten 2013 vier Klassen, an der neuen Gesamtschule sogar acht. 2014 wird das Angebot schmaler.

An der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule starteten 2013 vier Klassen, an der neuen Gesamtschule sogar acht. 2014 wird das Angebot schmaler.

Foto: Buschkamp

An den weiterführenden Schulen in Grevenbroich laufen die Vorbereitungen für die Aufnahme der Fünftklässler ab Montag, 8. Februar 2014: Erstmals gibt es einen Anmeldetermin für weiterführende Schulen. Jetzt werden Internetauftritte aktualisiert, neue Flyer gedruckt und Infoveranstaltungen für Eltern vorbereitet. Während für die Schulen vom Gymnasium bis zur Gesamtschule die Konkurrenz um die Schüler beginnt, müssen sich auch die Eltern die Schulwahl genau überlegen. In Grevenbroich könnte es Schwierigkeiten geben, denn: Es gibt keine Hauptschule mehr und an den beiden Gesamtschulen sollen maximal zehn Züge (rund 300 Schüler) aufgenommen werden.

Die Stadtverwaltung und die Leiter aller weiterführenden Grevenbroicher Schulen hatten das Anmeldeverfahren für Fünftklässler geändert. Bisher hatte es für die Gesamtschulen einen vorgezogenen Anmeldetermin gegeben — eine Entscheidung, die laut Auskunft der Bezirksregierung bei der Kommune liegt. Kinder, die dort abgelehnt wurden, mussten anschließend woanders angemeldet werden. "Das Verfahren hat teilweise für Unmut gesorgt", sagt Irmintrud Berger (CDU), Vorsitzende des Schulausschusses. Sie rechnet aber nicht damit, dass der gemeinsame Anmeldetermin Probleme für die Schulen bringen wird: "So werden alle gleich behandelt."

Für die Gesamtschulen wird die Aufnahme der Fünftklässler damit nicht einfacher. "Wir wollen zu je einem Drittel Kinder mit Haupt-, Realschul- und Gymnasialempfehlung", erläutert Georg Balster, kommissarischer Schulleiter der im September 2013 gestarteten "Gesamtschule II". So sollten dort möglichst heterogene Lerngruppen geschaffen werden. Dagmar Mitze, Leiterin der bisher über die Aufnahmekapazitäten gefragten Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, hatte im Schulausschuss Kritik an der Neuerung geübt. Sie fürchtetet Nachteile für die Schüler, die bei der gemeinsamen Anmeldung an ihrer Wunschschule abgelehnt würden, und dann eine Alternative finden müssten.

Verschärft wird die Situation für Kinder, die an einer der beiden Gesamtschulen abgelehnt werden — denn ein Platz an der anderen ist ihnen nicht sicher. So kann die Kollwitz-Gesamtschule bis zu 120 Fünftklässler aufnehmen — und an der "Gesamtschule II" sollen laut Auskunft von Erstem Beigeordneten Michael Heesch "maximal sechs Züge" eingerichtet werden. Nur zum Schulstart hatte die Bezirksregierung sieben Züge genehmigt. Nach Urteilen am Verwaltungsgericht Düsseldorf wegen Formfehler bei Anmeldeverfahren mussten weitere Kinder angenommen werden, so dass acht Züge eingerichtet wurden. Das Problem: dauerhaft fehlt dafür der Platz.

Fünftklässler mit Hauptschulempfehlung können auf die Real- oder Gesamtschulen ausweichen, denn die in Grevenbroich vorhandenen Hauptschulen laufen aus. Ihre einzige Alternative: Den Zug nehmen — und auf Hauptschulen in den Nachbarstädten wie Mönchengladbach ausweichen.

(NGZ)