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Grevenbroich: Zu wenig Kunden an Poststraße

Grevenbroich : Zu wenig Kunden an Poststraße

Reges Treiben herrscht im Einkaufszentrum am Wevelinghovener Marktplatz, doch einige Geschäfte an der Poststraße profitieren nicht vom Kundenstrom. Die Werbegemeinschaft will das ändern – und plant Aktionen.

Reges Treiben herrscht im Einkaufszentrum am Wevelinghovener Marktplatz, doch einige Geschäfte an der Poststraße profitieren nicht vom Kundenstrom. Die Werbegemeinschaft will das ändern — und plant Aktionen.

Am Montag hat Lise Köntgen die neuen, größeren Räuke von "Schuh Balu" am Marktplatz eröffnet, ihr Kinderschuh-Geschäft ist von der 200 Meter entfernten Poststraße dorthin gezogen. "Am früheren Standort konnten meine Kunden schlecht parken. Am Marktplatz gibt es viel bessere Parkmöglichkeiten. Und ich erhoffe mir hier eine größere Kunden-Frequenz", so die 40-Jährige. Keine Frage: In den 2009 am Markt eröffneten Arcaden brummt es. Rewe, Aldi, Mr. Baker, die Sparkasse und andere locken viele Kunden an, der große Parkplatz ist voll.

Wenig weiter an der Poststraße herrscht deutlich mehr Ruhe. "Wir haben uns vom neuen Einkaufszentrum mehr Kunden im Ort erhofft. Das ist auch eingetreten — aber die kommen nicht zu uns", klagt Bruno Krüger (65) vom Tierfutter-Shop Krüger. "Die Frequenz hier ist geringer geworden."

Auch Klaus-Gottfried Maaßen (52), dessen Frau "Heidi's Gartenlaube" betreibt, erklärt: "Der Kunde liebt die Bequemlichkeit. Wer bei Rewe parkt und einkauft, nimmt vielleicht gleich einen Blumenstrauß mit." Krüger befürchtet, dass bei anhaltendem Trend "hier einige Geschäfte verschwinden". Dabei habe die Poststraße eine große Vielfalt zu bieten: "Hier sind 50 Geschäfte und Gewerbetreibende vertreten, wir haben Potenzial."

Nicht alle sehen dort den Kundenstrom an sich vorbeiziehen, "Wir profitieren vom Einkaufszentrum am Marktplatz", erklärt Marlene Motzek (61) von "Mode und mehr". Und Elgin Breuer vom Autohaus Breuer meint: "Mit dem neuen Einkaufszentrum kommen viele Menschen aus anderen Stadtteilen zum Einkaufen nach Wevelinghoven."

Ein Problem an der Poststraße: Das Parkangebot ist begrenzt, oft darf der Wagen nur eine oder zwei Stunden abgestellt werden — "für einen ausgedehnten Bummel ist das zu kurz", so Claudia Pannes (39), kommissarische Vorsitzende der Werbe- und Interessengemeinschaft Wevelinghoven (WIG). Zwei Herzen schlagen in ihrer Brust: Sie freut sich über die große Kaufkraft am Ort — und will die Kunden auf die Poststraße aufmerksam machen. "Wir haben mehrere Ideen. So planen wir eine Broschüre, in der sich Geschäfte vorstellen, und Ortspläne, die in den Läden ausliegen."

Auch an eine Infotafel auf dem Marktplatz ist gedacht. "Dafür werden wir mit der Stadt und den Geschäften am Markt sprechen." Ein weiteres Projekt: "Wie möchten gern unsere Adventsbeleuchtung ausbauen", kündigt Bernadette Wald (38) von Optik Kafill an. Auch darüber spricht die WIG mit der Stadt. "Außerdem gehen wir auf alle Geschäfte zu, damit möglichst viele mitmachen", so Pannes.

(NGZ)