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Grevenbroich: Zeitplan für Umstellung auf LED-Laternen fehlt

Grevenbroich : Zeitplan für Umstellung auf LED-Laternen fehlt

Die Stadt könnte durch eine zügige Umstellung der Straßenlaternen erheblich Stromkosten sparen. Politiker fordern Gespräche mit GWG.

An der Lindenstraße und einigen anderen Straßen sind die Laternen bereits mit sparsamer LED-Technik (Light-Emitting-Diode) ausgestattet. Um bis zu zwei Drittel sollen die Leuchten die Stromkosten senken - ein riesiges Einsparpotenzial. Politiker von CDU und UWG machen sich jetzt für Gespräche mit GWG stark, um die Umstellung zu beschleunigen.

Jüchen macht es vor: Die Gemeinde hat 2013 mit NEW Netz einen Beleuchtungsvertrag bis 2032 geschlossen. Danach sollen in fünf Jahren 816 der 2456 Leuchten auf LED umgestellt, bis 2032 70 Prozent modernisiert werden.

In Grevenbroich fehlt ein solcher Zeitplan. Das wird nach einem Antrag der UWG im Bauausschuss deutlich. Die Verwaltung solle Schritte unternehmen, um die konventionellen Leuchtstoffröhren durch LED zu ersetzen. Die Wählergemeinschaft rechnet vor, dass durch den Austausch an 1273 Peitschenleuchten 29 900 Euro Stromkosten im Jahr eingespart werden könnten.

Die Stadt verweist auf ihre Bemühungen: Rund 100 der 2140 städtischen Laternen im Norden von Grevenbroich seien auf LED umgestellt. 274 Leuchten, die mit alten Quecksilberdampfleitungen versehen sind, sollen straßenweise folgen - "unter Berücksichtigung der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel". Wann das geschehen wird, sagt die Verwaltung nicht. Dabei sieht auch sie den gewaltigen Spareffekt: Die geplante Umrüstung von 44 Leuchten im Bahnhofs-Parkhaus senke die Stromkosten um 4158 auf 2570 Euro.

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Auf LED setzt auch das Gas- und Wasserwerk, etwa bei Neubaugebieten oder größeren Erneuerungen. GWG betreibt den weitaus größten Teil der L aternen - genau 5973. 2013 hatte die Stadt mit dem Unternehmen für Unterhalt und Wartung einen neuen Vertrag geschlossen.Ein Vorteil: Im Jahr zahlt sie 700 000 Euro weniger als früher. Doch: "Ein Zeitplan für die Umrüstung ist nicht im Vertrag enthalten", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken.

Das ärgert CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser: "Bei den Verhandlungen wurde eine Chance vertan. GWG hatte ein Contracting angeboten - einen Vertrag, der den Betrieb der Laternen und die Stromlieferung zugleich beinhaltet", so Kaiser. "GWG hätte in drei bis fünf Jahren mehr als eine Million Euro in energiesparende Lampen investiert. In 15 oder 20 Jahren wäre das ganze vom Versorger betriebene Netz modernisiert gewesen." Für die Anpassung der Stromkosten wäre im Vertrag eine Gleitpreisklausel vereinbart worden.

Dazu kam es nicht. Die Stromlieferung regelt ein eigener Vertrag, zurzeit läuft eine neue Ausschreibung. "Warum soll GWG ein Interesse an langfristigen Investitionen haben, wenn die Stromlieferung alle zwei Jahre ausgeschrieben wird", so Kaiser. "Die CDU war für ein solches Contracting, doch wir standen in der Diskussion weitgehend allein." Kaiser weiter: "Es hat den Anschein, dass manche im Rathaus GWG, an dem die Stadt ja beteiligt ist, eher als Gegner statt als Partner sehen."

Kaiser setzt sich dafür ein, in der nächsten Ausschreibungsrunde mit GWG zu sprechen, "um eine langfristige Lösung für die LED-Umstellung zu erreichen". Auch UWG-Fraktionschef Carl Windler sieht Handlungsbedarf: Die Stadt solle das Thema LED-Umrüstung "an einem runden Tisch mit Vertretern der GWG besprechen".

(NGZ)