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Grevenbroich: Zahlen die Ratsmitglieder bald für das Stadtgeschenk?

Grevenbroich : Zahlen die Ratsmitglieder bald für das Stadtgeschenk?

Wenn prominente Gäste die Stadt besuchen, erhielten sie bislang ein Geschenk – den "Bundeshauptstadt-Brikett". Er soll dauerhaft an Grevenbroich erinnern, die selbst ernannte Energie-Metropole.

Wenn prominente Gäste die Stadt besuchen, erhielten sie bislang ein Geschenk — den "Bundeshauptstadt-Brikett". Er soll dauerhaft an Grevenbroich erinnern, die selbst ernannte Energie-Metropole.

Doch die bunt bemalte Kohle ist ausgegangen, und Geld für ein neues Präsent hat die Bürgermeisterin nicht. Jetzt hofft Ursula Kwasny auf die finanzielle Unterstützung der Ratsfraktionen.

Als Bundesministerin Annette Schavan in Grevenbroich zu Gast war, hatte Kwasny ein Problem: "Ich wollte der bekannten Politikerin natürlich ein Geschenk überreichen, hatte aber keins", erzählt die Verwaltungschefin. Da sie ohne städtische Gabe die Ministerin jedoch nicht empfangen wollte, griff Kwasny zum Äußersten. Aus einem Schrank im heimischen Neurath holte sie einen Wachsabdruck des alten Grevenbroicher Schöffensiegels hervor, wickelte ihn in Geschenkpapier ein und überreichte ihn der Ministerin. "Das Siegel hatte ich doppelt, insofern war es kein großer Verlust", sagt Kwasny.

Da die Bürgermeisterin jedoch nicht bei jedem "Promi"-Besuch ihre heimischen Bestände plündern möchte, sucht sie nach wie vor nach einem geeigneten Stadtgeschenk. Und vielleicht kommt Ursula Kwasny nach der Sommerpause in dieser Sache einen Schritt weiter. Denn aus den Reihen der SPD kam jetzt ein konstruktiver Vorschlag zur Sache.

"Es wurde angeregt, dass die im Rat vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften jährlich fünf Prozent von ihren Fraktionsgeldern abzwacken und sie als Spende für ein Stadtgeschenk zur Verfügung stellen", berichtet die Bürgermeisterin. Ihr Urteil: "Diese Idee finde ich gut — damit kann der Rat in Zeiten leerer Kassen ein Zeichen setzen." Gleich nach den Ferien möchte sie mit den Fraktionen über den SPD-Vorschlag diskutieren.

Für ein "Übergangs-Geschenk" hat die Verwaltungschefin übrigens gesorgt: Für Damen hat sie eine Anstecknadel mit dem Stadtwappen und einem Strassstein anfertigen lassen, für Herren gibt es eine Krawattennadel mit der "Skyline" von Grevenbroich. "Für diese Präsente hat die Stadt eine Spende von 1400 Euro erhalten", erklärt Kwasny. Die Geldgeber, so betont sie, möchten allerdings nicht genannt werden. Nur so viel will die Bürgermeisterin verraten: "Es waren sieben Persönlichkeiten aus Grevenbroich, die der Stadt wohl gesonnen sind."

(NGZ)