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Grevenbroich: Zahlen-Codes für 6000 Straßenlaternen

Grevenbroich : Zahlen-Codes für 6000 Straßenlaternen

Das Gas- und Wasserwerk rüstet seine Leuchten mit individuellen Nummern aus. Das soll schnellere Reparaturen ermöglichen. Über weitere Dienstleistungen und bessere Konditionen verhandelt die Stadt derzeit mit dem Versorger.

Etwa 1500 Straßenlaternen wurden bereits in Frimmersdorf, Neurath, Allrath und Barrenstein markiert. Weitere 4500 Lampen wird das Gas- und Wasserwerk (GWG) bis zum Frühjahr 2014 ebenfalls mit einer individuellen Nummer versehen. Die beiden Zahlenkombinationen, die auf den in drei Metern Höhe montierten Schildern zu sehen sind, sollen Vorteile für die Anlieger bringen.

Das "Geheimnis" der Codes: Die obere Nummer weist auf die Straße hin, an der die Laterne steht. Die untere ist sozusagen der Name der jeweiligen Lampe. "Fällt ein Beleuchtungskörper aus, können uns Anlieger die Zahlen telefonisch mitteilen", sagt GWG-Sprecherin Ursula Wolf-Reisdorf.

Das Unternehmen habe dann die Möglichkeit, mit Hilfe des Geografischen Informations-Systems (GIS) die defekte Leuchte schnell ausfindig zu machen — dann werde umgehend ein Reparatur-Team auf den Weg gebracht.

Die Aktivitäten des Versorgers deuten darauf hin: GWG wird in Sachen Laternen wohl weiterhin Partner der Stadt Grevenbroich bleiben. Zum Ende des vergangenen Jahres lief der Straßenbeleuchtungsvertrag aus, seitdem wird — mit Hilfe externer Berater — über neue Konditionen verhandelt. "Das ist ein sehr komplexes Verfahren, das seine Zeit braucht", sagt Stadtsprecher Andreas Sterken. Ein Ende sei jedoch in Sicht: "In der ersten Sitzung nach der Sommerpause soll dem Rat ein Vertragsentwurf vorgelegt werden."

Über die Ausgestaltung dieses Kontrakts schweigen sich Stadt und Politiker jedoch ebenso aus wie über mögliche Betriebsmodelle. Eines wird jedoch vom neuen Straßenbeleuchtungsvertrag erwartet: Er soll für die Stadt deutlich günstiger ausfallen und zur Konsolidierung des Haushaltes beitragen. "Hier sind wir auf einem guten Weg", meint Norbert Gand, Vorsitzender des GWG-Aufsichtsrates. Das Gas- und Wasserwerk habe ein "Rundum-Sorglospaket" inklusive Wartungsarbeiten angeboten, das nun "preislich konkretisiert" werden müsse.

Dass die Stadt sparen wird, davon gehen auch die Bündnisgrünen aus — ihnen dauert das Prozedere jedoch viel zu lange: "Der Beleuchtungsvertrag lief im Dezember 2012 aus — und wurde noch einmal für ein Jahr festgeschrieben", sagt Fraktionschef Dirk Gawlinski. Seine Kritik: "Es hätte viel früher verhandelt werden sollen, damit die neuen Konditionen ab Anfang 2013 gelten. Das aber ist verschlafen worden." Selbst wenn der neue Vertrag ab November in Kraft treten sollte, hätte die Stadt "einen sechsstelligen Betrag zum Fenster hinaus geworfen".

Näher will sich Dirk Gawlinski allerdings nicht äußern: "Da solche Dinge hinter verschlossenen Türen besprochen werden, sind wir Ratsmitglieder bedauerlicherweise zum Schweigen verurteilt — selbst in den Fällen, in denen der Bürgermeisterin kostspielige handwerkliche Fehler unterlaufen."

(NGZ/rl)