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Grevenbroich: Zahl der Taufen steigt in der evangelischen Kirchengemeinde an

Grevenbroich : Zahl der Taufen steigt in der evangelischen Kirchengemeinde an

Die evangelische Kirchengemeinde Grevenbroich verliert an Mitgliedern, dennoch gibt es einen positiven Trend: Es gibt wieder mehr Menschen, die ihre Kinder taufen lassen. "Auch bei uns gibt es weniger Mitglieder", sagt Pfarrerin Monika Ruge, Pfarrerin in der Stadtmitte, zwar. Allerdings sei der Rückgang eher auf demografische Gründe zurückzuführen, als darauf, dass Mitglieder verstärkt austreten. Ruge: "Es ist einfach so, dass mehr Mitglieder unserer Kirche sterben, als geboren werden."

Dennoch zeichnet sich ein erfreulicher Trend ab: Gab es im vergangenen Jahr in der evangelischen Kirchengemeinde Grevenbroich 31 Taufen, waren es in diesem Jahr bisher schon 37. Genau so viele Menschen sind in 2012 aus der evangelischen Kirchengemeinde ausgetreten. "Natürlich gibt es Austritte, aber die Zahl ist nicht dramatisch." Auch in den Gottesdiensten stellt die Pfarrerin keinen negativen Trend fest: "Es sitzen mal 40, mal 100 oder mehr Leute in der Kirche, das ist unterschiedlich. Wovon es abhängt, wann wie viele Leute in der Kirche sitzen, habe ich bis heute noch nicht ganz durchschaut."

Dennoch sind die insgesamt schwindenden Mitgliederzahlen ein Problem. Ruge: "Mittel- und langfristig muss man sich natürlich schon fragen, wie viele Kirchen sich halten lassen." 2006 war es schon einmal soweit: Die Matthäuskirche in der Südstadt musste verkauft werden, in dem Gebäude befinden sich heute altersgerechte Wohnungen. Doch Ruge sieht den Verkauf nicht als "Ausverkauf der Gemeinde". "Im Foyer der ehemaligen Kirche ist heute ein Gemeinschaftsraum, in dem regelmäßig Gottesdienste stattfinden, so kann die Kirche ihrem seelsorgerischen Auftrag noch nachkommen."

Überhaupt sieht Ruge in den seelsorgerischen Bereichen einen Weg, die Menschen wieder stärker vom Engagement der Kirchen zu überzeugen: "Ich glaube, gerade in der jetzigen Zeit ist die persönliche Ansprache und ein verlässlicher Ansprechpartner für die Gemeindemitglieder etwas Entscheidendes. Im Moment sind so viele Dinge im ständigen Wechsel, da kann die Kirche als Ort der Beständigkeit dienen." Vor diesem Hintergrund mache die steigende Zahl der Taufen Mut für die Zukunft.

(suzo)