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Grevenbroich: Zahl der Straftaten steigt

Grevenbroich : Zahl der Straftaten steigt

Die Zahl der Kriminalitätsfälle im Rhein-Kreis ist angestiegen, in Grevenbroich verzeichnet die Statistik eine Zunahme um 725 Delikte. Vor allem Diebstähle nahmen in der Stadt zu, rückläufig dagegen sind Gewaltdelikte.

Es ist eine beeindruckende Zahl: 32 354 Straftaten hat die Kreispolizeibehörde im Jahr 2011 registriert, ein Zuwachs von rund sieben Prozent. Dieser Trend zeigt sich auch in Grevenbroich, wo die Zahl der Delikte um 725 Fälle auf 4936 Straftaten anstieg. Die Städte Jüchen und Korschenbroich verzeichnen ebenfalls einen Anstieg der Kriminalität: In Jüchen stieg die Zahl der Fälle erstmals seit fünf Jahren auf über Tausend an (1116 Fälle), Korschenbroich verzeichnet einen moderaten Zuwachs um 170 auf 1588 Delikte.

Die Stadt Grevenbroich leidet vor allem unter der Zunahme von Diebstählen, wie aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik des Rhein-Kreises hervorgeht. Demnach wurden 2011 in Grevenbroich 2139 Diebstähle angezeigt, 388 mehr als im Jahr zuvor.

Wie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke berichtet, werden kreisweit nur 48,8 Prozent aller Fälle aufgeklärt, "eine Quote, mit der wir nicht zufrieden sein dürfen". Dennoch sei die Sicherheitslage stabil. Vor allem die Gewaltkriminalität sei zurückgegangen, kreisweit von 962 Delikten in 2010 auf 867 Fälle im vergangenen Jahr, in Grevenbroich von 162 Fällen in 2010 auf 131 Fälle 2011. Bei diesen Straftaten werde rund jeder Dritte Fall aufgeklärt, so Petrauschke. Problematisch sei die wie im Vorjahr gleichbleibend hohe Zahl der Wohnungseinbrüche: 1501 Mal schlugen die Täter kreisweit zu, weswegen die Polizei mit der Aktion "Riegel vor" um mehr Aufmerksamkeit der Bürger wirbt.

Wachsam sein, bei Verdacht sofort die 110 rufen, das gelte auch bei anderen Delikten, sagte Polizeidirektor Hans-Werner Winkelmann. Etwa beim Fahrradklau, laut Statistik bei den Diebstählen der häufigste Einzeldelikt. "Die Diebe fahren teils mit großen Transportern vor und sammeln die Fahrräder ein, ohne direkt die Schlösser aufzuknacken", erzählte Winkelmann von einem Fall aus dem vergangenen Jahr, bei dem Täter in Neuss bei einer Diebestour gestellt worden waren.

Mit Sorge beobachtet die Polizei zudem die Serie von Brandstiftungen, deren Zahl im Verlauf des vergangenen Jahres sprunghaft angestiegen war und im Februar in dem Brand auf der A 57 gipfelte. 67 "strafrechtlich relevante Brandstiftungen" zählte die Kreispolizeibehörde 2010 — 125 waren es im vergangenen Jahr, eine Zunahme von fast 50 Prozent. Zur Aufklärung trage ein Team von Brandermittlungsspezialisten bei, sagt Winkelmann. Dennoch sei die Aufklärungsquote gering, da es sich bei Brandstiftung um ein "spurenloses Delikt" handele, bei dem wenig Chancen bestehen, Fingerabdrücke oder DNA sicherzustellen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rhein-Kreis Neuss: Spektakuläre Kriminalfälle aus 2011

(NGZ/url)