Grevenbroich: Zahl der Fahrgäste in Stadtbussen verdoppelt

Grevenbroich : Zahl der Fahrgäste in Stadtbussen verdoppelt

Im Rathaus wird das Stadtbusmodell als "Erfolgsgeschichte" gewertet. Der jüngst geforderte Ausbau des Netzes ist jedoch kein Thema.

Die Bilanz ist eindeutig: Seit Einführung der Stadtbuslinie 1998 hat sich die Zahl der Fahrgäste in Grevenbroich annähernd verdoppelt. Das teilte Verkehrsingenieurin Ursula Hauguth jetzt im Rathaus mit. "Wir liegen inzwischen bei jährlich 1,6 bis 1,7 Millionen Fahrgästen, die das Busnetz in Grevenbroich nutzen", sagt sie. Zufriedenheitsumfragen hätten dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Schlossstadt zudem ein gutes Zeugnis ausgestellt — die letzte ist 2012 erfolgt. "Wir möchten die guten Werte halten", betont Hauguth. Daher wird die Kritik, die nun nach einer Umfrage der SPD laut wurde, im Rathaus ernst genommen. Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann betont: "Wir überprüfen grundsätzlich jede Anregung und Kritik zum ÖPNV, ob sich etwas verbessern lässt."

Bei der Machbarkeit gibt es allerdings Grenzen. Am internationalen Frauentag hatten Sozialdemokratinnen in der City Passantinnen nach ihrer Zufriedenheit mit dem Angebot und der Lebensqualität in Grevenbroich befragt. Ein Ergebnis: Viele der befragten Frauen wünschen sich flächendeckende Busanbindungen in die Stadtteile — tags wie nachts. "Ich kann diesen Wunsch gut nachvollziehen", sagt Werner Hoffmann. "Wir würden das auch gerne anbieten, am liebsten im 15-Minuten-Takt. Allerdings wäre dies nicht wirtschaftlich und daher unbezahlbar."

Rund 950 000 Euro beträgt das städtische ÖPNV-Budget insgesamt. Die Buslinien werden in enger Zusammenarbeit mit dem Busverkehr Rheinland (BVR) organisiert. "Wird eine Linie kaum genutzt und besteht an anderer Stelle Bedarf, dann können wir dies anpassen", sagt Hoffmann. In Neukirchen sei dies beispielsweise Mitte des vergangenen Jahrzehnts geschehen. "Dort wurde damals eine nur schwach ausgelastete Linie gestrichen, aufgefangen wurde dies durch die Anbindung an die Regionalbuslinie."

Wichtigster Gradmesser bei der Bewertung einzelner Linien sind die Fahrgastzahlen. Alle zwei Jahre gibt es eine neue Erhebung, turnusmäßig steht die nächste dieses Jahr an. An den Zahlen lässt sich auch die Entwicklung einzelner Busangebote ablesen, zudem geben sie Aufschluss über Stoßzeiten. Auf Basis dieser Zahlen wird geprüft, ob Bedarf für Nachbesserungen besteht und wie diese erfolgen können. "Dabei sind eine Reihe weiterer Faktoren zu beachten. Zum Beispiel sollen die Busse eine zeitlich gute Anbindung an die Bahnhöfe ermöglichen", sagt Hoffmann. Außerdem müssen Änderungen in das Gesamtverkehrskonzept passen.

Ein Ausbau des Busverkehrsnetzes — ohne Einsparung an anderer Stelle — ist zurzeit im Rathaus schon alleine mit Blick auf die Finanzen kein Thema. Zuletzt ergänzt wurde das Angebot ohnehin erst im vergangenen Jahr mit der Nachtbuslinie. "Nach den anfänglichen Problemen läuft sie mittlerweile ganz gut", sagt Hoffmann.

(NGZ)
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