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Grevenbroich: Wohnungsmieten sind in der Stadt nur leicht gestiegen

Grevenbroich : Wohnungsmieten sind in der Stadt nur leicht gestiegen

Energiekosten und Kaltmiete reißen ein großes Loch in den Geldbeutel, haben in den vergangenen Jahren oft kräftig zugelegt. Die eigentliche Wohnungsmiete in Grevenbroich dagegen ist im Durchschnitt nur gering gestiegen – "seit 2008 um etwa ein bis drei Prozent", weiß Willy Helfenstein (53), stellvertretender Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins Grevenbroich und Umgebung.

Zusammen mit dem Mieterbund Neuss legte der Verein nach vier Jahren den neuen Mietspiegel für freifinanzierten Wohnraum in der Stadt vor. Rund 1000 Mietverträge wurden ausgewertet, den Mietspiegel für gewerbliche Immobilien erstellt dagegen die IHK.

Die vier Seiten des Wohnungs-Mietspiegels sind eine wichtige Orientierungshilfe für Mieter und Vermieter, etwa wenn es um Erhöhungen geht. Der Vermieter kann etwa die Zustimmung zur Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen, wenn die Miete zum Zeitpunkt der Erhöhung seit 15 Monaten unverändert ist. "Der Mietspiegel hilft, Streit zu vermeiden", erklärt Michaelo Damerow (55), stellvertretender Geschäftsführer beim Mieterbund. Getrennt bewertet werden Wohnungen je nach Wohnlage und Alter des Hauses. Bei einer Wohnung in mittlerer Wohnlage liegt der Mittelwert bei einem zwischen 1990 und 1999 gebauten Haus bei 6,79 Euro je Quadratmeter, in einfacher Wohnlage bei 6,33 und in guter Wohnlage bei 7,60 Euro. Ein Problem: "Für die Altersklasse ab Baujahr 2000 konnten wir relativ wenige Verträge einbeziehen, da in den vergangenen Jahren wenige freifinanzierte Wohnungen errichtet wurden", so Anneliese vom Scheidt, Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins.

Ein Grund für die Kontinuität der Miete: Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten sich viele Vermieter wohl mit Erhöhungen zurückgehalten. "Seit 2010 ziehen die Mieten etwas mehr an", so Helfenstein. Anneliese vom Scheidt sieht noch einen weiteren Grund: "Angesichts der gestiegenen Neben- und Energiekosten verzichten viele Vermieter mehrere Jahre lang auf Anhebung, mit der sie womöglich einen Mieterwechsel riskieren. Für sie ist es wichtiger, verlässlich die Miete zu bekommen."

Info Der neue Mietspiegel ist für drei Euro Schutzgebühr im Bürgerbüro der Stadt am Markt in Grevenbroich erhältlich.

(NGZ)