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Grevenbroich: Wohnen im Allrather Gutshof

Grevenbroich : Wohnen im Allrather Gutshof

Seit dem 18. Jahrhundert bestimmt der "Mellerhof" das Bild des Allrather Ortskerns. Bewirtschaftet wurde er von den Stepraths, die zu den ältesten Gutsbesitzer-Familien des Rhein-Kreises zählten. Anfang der 1990er Jahre wurde der Hof verkauft und zu einer Wohnanlage umgebaut.

Der Mellerhof – das ist heute eine Adresse fürs Wohnen hinter alten Mauern. Das Gut im Allrather Ortskern wurde 1993/94 von einem Investor umgebaut, hinter der historischen Fassade entstanden rund schicke 20 Wohnungen. Nahezu gleichzeitig übernahm die Stadt das gegenüberliegende und zum Hof gehörende Gelände mit seinen zum Teil jahrhundertealten Bäumen. Das Areal wurde zum "Mellerpark" umgebaut und ist heute – vor allem im Sommer – ein beliebter Treffpunkt.

Ein Hof – drei Namen

Mellerhof – dieser Name war in Allrath lange Zeit unbekannt. "Im Dorf hieß er zunächst Allrather Hof, später wurde er Steprather Hof genannt", erzählt Rolf Esser (71), der die Geschichte des Gutes und ihrer ursprünglichen Besitzer erforscht hat. Die Stepraths errichteten den heute unter Denkmalschutz stehenden Hof im Jahr 1787, die Fassade wurde 1896 durch einen An- und Umbau leicht verändert. "Beide Jahreszahlen sind heute noch am Wohnhaus und über dem Torbogen des Wirtschaftsgebäudes zu sehen", berichtet Esser.

Die Stepraths vom Allrather Hof sind eine der ältesten Gutsbesitzerfamilien im Rhein-Kreis. "Ihre Geschichte ist seit 1340 lückenlos nachweisbar", erläutert Heimatforscher Esser. Ein Wilhelm Steprath (1628–1673) war Ratsherr und Schöffe in Neuss. Dessen Sohn Bernardus heiratete 1694 nach Allrath und ist damit der erste mit dem Namen Steprath im Dorf.

"Leider ist nicht bekannt, seit wann genau es den Allrather Hof im Dorf gegeben hat und wer ihn baute", berichtet Rolf Esser. Was fest steht: Vor dem heute noch stehenden Gebäude hat dort bereits ein Gutshof gestanden, der in den 1780er Jahren abgebrannt ist.

Der heutige "Mellerhof" war bis Anfang der 1990er Jahre im Besitz von Heinrich und Franziska Meller (geborene Steprath), die das nicht mehr für die Landwirtschaft genutzte Gut verkauften. "Diese Wohnanlage ist sicher ein Gewinn für Allrath, zumal das historische Gebäude damit dauerhaft für das Ortsbild gesichert werden konnte", sagt Rolf Esser.

Um den gegenüberliegenden "Mellerpark" mit seinem alten Baumbestand will sich künftig auch der Dorfverein "Allrath aktiv" kümmern. "Das ist ein schöner Treffpunkt, der aber noch attraktiver gestaltet werden könnte", meint Rolf Esser. So wird in der Dorfgemeinschaft überlegt, ob das Gelände mit Laternen ausgestattet werden könnte. Gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung sollen darüber Gespräche geführt werden.

(NGZ)