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Grevenbroich: Wochenmärkte brauchen mehr Vielfalt

Grevenbroich : Wochenmärkte brauchen mehr Vielfalt

Die Wochenmärkte verlieren an Attraktivität: Die verlängerten Öffnungszeiten in Wevelinghoven sind Geschichte, der Imbiss hat den Wochenmarkt in Grevenbroich bereits wieder verlassen. Eine neue Marktordnung wird diskutiert.

Die Stadt muss verstärkt um die Attraktivität ihrer Wochenmärkte kämpfen. Robert Jordan vom Stadtmarketing hat bereits Gespräche mit Händlern geführt. "Es gibt einige Vorstöße für den Wochenmarkt in Grevenbroich, über die wir uns verstärkt Gedanken machen." Wie von Händlern zu erfahren war, soll dazu unter anderem eine Änderung der Marktordnung zählen. Zurzeit sind auf dem Wochenmarkt in Grevenbroich nur Blumen, Pflanzen und Lebensmittel erlaubt.

Foto: Stadt Grevenbroich

Hintergrund für die Gespräche sind zwei Rückschläge, die es zuletzt zu verkraften galt. Zum Einen ist das Experiment mit den verlängerten Öffnungszeiten auf dem Wochenmarkt in Wevelinghoven gescheitert. Dort machen die Händler ihre Stände fortan wieder mittags dicht. Zum anderen hat die Imbissbude auf dem Markt in der Grevenbroicher Innenstadt nach nicht einmal einem halben Jahr ihren Abschied genommen, auch in Wevelinghoven ist sie nicht mehr dabei. Betreiberin Sigrid Weckop erklärte zwar, sie habe sich in der Schlossstadt stets wohlgefühlt. "Aber unterm Strich war der Aufwand zu groß. Obwohl wir viele Stammkunden hatten, hat es sich nicht gerechnet." Überlegungen, einen festen Imbiss in Grevenbroich zu eröffnen, hat sie verworfen. "Wir haben die Suche abgebrochen. Die Mieten wären einfach zu hoch."

Pikant an dem Rückzug des Imbissstandes ist vor allem, dass er zu einer wesentlichen Attraktivierung des Wochenmarktes beitragen und die Verweildauer dort erhöhen sollte. Gerade mit Blick auf zuletzt frei gewordene Flächen — der Kölner Obst- und Gemüsehändler Armin Weber hatte sich aus Grevenbroich zurückgezogen — und die damit verbundene Neuordnung der Stände kam Weckops mobilem Imbiss eine zentrale Rolle zu. "Leider müssen wir da jetzt nach einer neuen Lösung suchen", räumt Jordan ein.

Dabei empfinden die Händler die Neuordnung des Grevenbroicher Marktes als durchaus sinnvoll. Dieser ist vom Rathausvorplatz etwas näher in Richtung Breite Straße gerückt. Peter Küx, Obst- und Gemüsehändler aus Rommerskirchen, wertet das als guten Schritt. "Wir haben durchaus Laufkundschaft hinzugewinnen können. So, wie die Stände vorher angeordnet waren, liefen viele auf dem Weg durch die Innenstadt ja mehr am Wochenmarkt vorbei."

Peter Küx bestätigt, dass es einige Vorstöße seitens der Händler in Richtung Stadt gebe, wie sich der Wochenmarkt verbessern lasse. Sollte die Marktordnung geändert werden, müssten Gespräche mit dem Einzelhandel geführt werden. Es müsse darum gehen, das Angebot auszuweiten und nicht zusätzliche Konkurrenz zu schaffen. Unterstützung aus der Politik gibt's bereits: SPD-Fraktionsvize Holger Holzgräber hatte sich in der Vergangenheit bereits dafür ausgesprochen, die Marktordnung auf den Prüfstand zu stellen.

Auf dem Wochenmarkt in Wevelinghoven bleibt es erst mal bei der Rolle rückwärts: Die Ausweitung der Öffnungszeiten hat sich dort nicht durchgesetzt. "Auch weil nicht alle Händler konsequent mitgezogen haben", sagt Küx.

(NGZ)