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Wirtschaft in Grevenbroich: Steigende Zahl ausländischer Unternehmen.

Wirtschaft in Grevenbroich : Zahl von ausländischen Unternehmen steigt

Jede neunte Firma gehört einem Inhaber mit Migrationshintergrund. Sie schaffen hunderte Arbeitsplätze.

Nurten Sonmez verkauft Mode in ihrer Bouthique namens „Melissa“. Ihr Nachbar Nuray Markal lockt mit einer Auslage voller Schmuck in Gold und Silber. Und nur wenige Meter weiter gibt es frisches Obst und Gemüse bei Almer Feinkost. Die Breite Straße ist Grevenbroichs Flaniermeile und zugleich Spiegel einer überaus positiven Entwicklung. Laut den Daten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind in Grevenbroich 77 im Handelsregister eingetragene Unternehmen mit ausländischem Kapital ansässig.

Die zuständige Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein hat gemeinsam mit sechs IHKs im Rheinland eine eigene Studie dazu geschrieben. Demnach ist das Rheinland eine der internationalsten Wirtschaftsregionen in Europa. Nahezu jedes neunte von 543.010 Mitgliedsunternehmen in diesem Großraum gehört einem Inhaber mit ausländischen Wurzeln oder arbeitet mit Kapital aus dem Ausland. Die Unternehmen haben viele tausend Arbeitsplätze geschaffen und zahlen etliche Millionen Euro an Steuern.

Bezogen auf Grevenbroich sehen die Daten der Creditreform im Detail so aus: Die meisten der im Handelsregister eingetragenen Unternehmen stammen aus den Niederlanden (19), gefolgt von Großbritannien (9). Den dritten Platz mit je fünf Unternehmen teilen sich Luxemburg, Spanien und die Türkei. Diese Zahlen erfassen nur die größten Unternehmen in Grevenbroich. Denn nur sie müssen sich ins Handelsregister eintragen lassen. Kleine Unternehmen können sich dort freiwillig eintragen lassen, unterliegen damit aber Buchhaltungs- und Veröffentlichungspflichten wie die Großen. In der Industrie- und Handelskammer müssen alle Unternehmen Mitglied sein, qua Gesetz. Aus deren Untersuchung über ausländische Unternehmen geht hervor, dass etwa ein Viertel von ihnen im Handelsregister zu finden ist. Dreiviertel machen ihren Status als Kleinunternehmen geltend. Hier sei der Handel mit einem Anteil von 23,4 Prozent die mit Abstand am deutlichsten führende Branche, in der ausländische Unternehmen tätig sind. Es folgen das Baugewerbe mit 17,3 Prozent und das Gastgewerbe mit 14,8 Prozent.

Oftmals sind hier Familienbetriebe seit vielen Jahren in Grevenbroich aktiv. Paradebeispiel dafür ist das Spanische Restaurant El Amigo, in dem alle irgendwie zur Familie gehören und das drei Jahrzehnten die Grevenbroicher mit mediterranen Speisen verwöhnt. Solche Erfolgsgeschichten locken Nachahmer. So wuchs die Zahl ausländischer Unternehmen im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2016 um knapp zehn Prozent.