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Grevenbroich: Wirte wollen nach draußen

Grevenbroich : Wirte wollen nach draußen

Die Bahnstraße soll umgestaltet werden: Mit Tempobeschränkung, mehr Grün und einer einheitlichen Fläche für Straße und Bürgersteige. Eine Chance auch für die Gastwirte: Sie können ihre Restaurants nach vorn erweitern.

Die Bahnstraße soll schöner werden. Der Bereich zwischen Ostwall und Kreisverkehr soll mit mehr Grün, "heruntergeklappten" Bürgersteigen und einer Tempo-Beschränkung zum Verweilen einladen.

"Dieses Konzept kenne ich aus anderen Städten, etwa in Bad Salzuflen, in Belgien oder in den Niederlanden. Diese multifunktionalen Flächen bieten viele Möglichkeiten", sagt CDU-Ratsherr Wolfgang Kaiser. Die neu gestalteten Areale könnten etwa für Terrassen oder Outdoor-Sitzgelegenheiten genutzt werden. Doch was sagen die Grevenbroicher Gastronomen — wollen sie überhaupt nach draußen?

Die Umgestaltung der Bahnstraße gehört zum "Integrierten Handlungskonzept Innenstadt". Damit will sich die Stadt Grevenbroich beim Programm "Aktive Orts- und Stadtteilzentren" bewerben.

Der Vorteil: Sie könnte — neben einem Eigenanteil — Landesmittel erhalten, um sie in die Aufwertung der vier Bereiche Bahnhofs-, Montz- und Lindenquartier sowie in die Fußgängerzone zu investieren. Das Konzept hat die Deutsche Stadt- und Entwicklungsgesellschaft DSK entwickelt. Für die Bahnstraße regen Dieter Wahlen und Silke de Roode in ihrer Studie die Aufwertung von Gebäudefassaden, mehr Grün oder die Schließung von Baulücken durch neue Gebäude an.

Alternative zur Fußgängerzone

Was den Grevenbroicher Politikern besonders gefiel: "Shared Spaces", um den öffentlichen Raum aufzuwerten. Das Konzept beruht auf der Idee, die Straßen nicht mehr in unterschiedliche Funktionen zu trennen — auf Ampeln, Fußgängerinseln oder andere Barrieren soll verzichtet werden.

"Dies ist eine ideale Lösung für Straßen wie der Bahnstraße , in denen eine Fußgängerzone nicht machbar oder sinnvoll ist", erläutert Kaiser. Urlaubsfeeling auch an Werktagen: Unter freiem Himmel Kaffee trinken, einen Snack in der Mittagspause essen oder entspannt am Abend speisen. "Das wäre toll", sagt José Fernandes, Chef des spanischen Restaurants "El Toro". "Ich habe zwar bereits einen Biergarten nach hinten raus, aber zusätzliche Tische vor dem Lokal — das würde ich sofort machen."

Auch Silvia Papadopolus, seit 16 Jahren mit ihrem Mann Gastgeberin im "Apollon-Grillrestaurant" würde ihre Gastronomie nach vorne ausdehnen — wenn sie könnte. Denn ihr Lokal liegt zwar an der Bahnstraße, aber im Bereich außerhalb des geplanten "Shared Spaces". Doch sie weiß: "Die Gäste essen gern draußen. Sie würden dieses Angebot sicher auch annehmen." Nur zwei Beispiele. Doch auch Werner Kaiser ist optimistisch: "Es geht ja auch darum, Möglichkeiten zu schaffen."

(NGZ/rl)