Grevenbroich: Wirte befürworten Lockerung des Rauchverbots

Grevenbroich : Wirte befürworten Lockerung des Rauchverbots

CDU und FDP im Landtag wollen das 2013 beschlossene Nichtraucherschutzgesetz entschärfen. Von Grevenbroicher Gastwirten wird diese Initiative größtenteils begrüßt.

Union und Liberale fordern, dass die von der rot-grünen Landesregierung eingeführte Gesetzesverschärfung rückgängig gemacht werden soll. Grund dafür sei, dass die Gastronomie stark unter dem Gesetz gelitten habe, im Volksmund sei vom "Kneipensterben" die Rede. Frank Brocker, Inhaber der Gaststätte "Op de Eck" an der Bahnstraße in Grevenbroich, steht hinter dieser Initiative: "Ich finde das super", sagt er: "Meiner Meinung nach gehört es sich, in Restaurants oder Kneipen mit Gastronomiebetrieb nicht drinnen zu rauchen. In reinen ,Bierkneipen' sollte das aber möglich sein." Er selbst habe an den Wochenenden zwischen 20 bis 30 Raucher auf der Straße stehen, das ständige Rein- und Rausgehen zerstörte die Atmosphäre in der Kneipe. "Deshalb veranstalten viele Schützenzüge ihre Versammlungen mittlerweile privat, da gehen Kunden verloren", sagt Brocker: "Rauchen oder nicht - das sollte jeder Wirt für sich selbst entscheiden."

Auch Thomas Stenbrock, Inhaber der Gaststätte Stenbrock in Neukirchen und selbst Nichtraucher, hat schlechte Erfahrungen mit dem strengen Rauchverbot gemacht. "Eine Gesetzesauflockerung würde wieder Schwung ins Thekengeschäft bringen", meint er: "Eine leere Theke ist einfach nicht so gemütlich - und wenn jeder Raucher nach draußen muss, bleibt von der Geselligkeit nicht viel übrig. Und die ist unerlässlich für eine gute Gaststätte." Michael Corres, Wirt im Wevelinghovener "Erftblick", befürwortet ebenfalls eine Überarbeitung des Nichtraucherschutzgesetzes - jedoch unter einer Bedingung: "Der Inhaber der Gaststätte muss dafür sorgen, dass es für Nichtraucher keine Benachteiligung gibt."

Richard Hütches, Inhaber des Bistros "RichArt's" am Grevenbroicher Bahnhof, ist geteilter Meinung. "Klar, viele Gäste würden es begrüßen, wenn drinnen wieder geraucht werden könnte. Ob wir dadurch aber neue Kunden gewinnen können, bezweifele ich."

Nadeshda Chramzova hingegen ist zufrieden mit dem aktuellen Gesetz. Die Mitinhaberin von "Haus Portz" in der Innenstadt meint: "Das Gesetz kann so bleiben, wie es ist. Die Luft ist viel besser, seitdem hier nicht mehr geraucht wird, auch die Beschwerden von Nichtrauchern sind zurückgegangen." Da "Haus Portz" eher Restaurant als Kneipe sei, sei die Umsetzung des Rauchverbots leichter gewesen.

(NGZ)
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