Grevenbroich: Wird das TuS-Heim abgerissen?

Grevenbroich : Wird das TuS-Heim abgerissen?

Wird das TuS-Heim am Schlossstadion abgerissen und neu gebaut? Die Stadt will jetzt die Kosten für ein solches Projekt ermitteln lassen. Der 850 Mitglieder starke Verein stöhnt seit Jahren über sein marodes Domizil.

Der Vorstand des 100 Jahre alten TuS Grevenbroich blickt etwas neidisch in die Umgebung: "Orken und die Südstadt haben tolle Anlagen — aber im Stadtzentrum herrscht Mangel. Jetzt muss auch unser Verein einmal dran sein", erklärt Herbert Schikora.

Der Chef der 500 Mitglieder starken Fußballabteilung sagt das nicht ohne Grund: Schon seit Jahren beklagt der Landesligist sein marodes Stadiongebäude. "Vor allem die Umkleiden und Sanitäranlagen aus den 1960er Jahren sind zu klein und hoffnungslos veraltet — das ist ein großes Problem", sagt Schikora. Wenn es nach ihm geht, gibt es nur eines: "Abreißen und neu bauen."

Genau mit diesem Thema beschäftigt sich der Sportausschuss in der nächsten Woche. Ein Beschluss soll zwar im Rahmen der Sitzung nicht gefasst werden — aber: Dezernent Michael Heesch wird den Politikern vorschlagen, die Kosten für einen Neubau oder eine grundlegende Sanierung des TuS-Gebäudes von einem Planungsbüro ermitteln zu lassen. Damit hätten die Fraktionen eine Grundlage für künftige Entscheidungen.

Lothar Zimmermann, der Präsident des 850 Mitglieder starken Traditionsvereins, setzt nun darauf, dass das Problem in absehbarer Zeit gelöst werden kann: "Wir haben seit Jahren zu wenig Platz, die Sportler können sich nicht vernünftig umziehen, zudem sind Teile unseres Gebäudes in einem maroden Zustand", sagt er.

Und dies sei nicht die einzige Baustelle: Auch die Tribüne des Schlossstadions müsse saniert, die Flutlichtanlage erneuert und die Gastronomie vergrößert werden. "Außerdem brauchen wir dringend einen Kunstrasenplatz, um bessere Trainingsbedingungen anbieten zu können", sagt Zimmermann. Die Gesamtsituation habe mittlerweile dazu geführt, dass junge Sportler sich anderen Vereinen im Stadtgebiet angeschlossen hätten.

Dass dem TuS geholfen werden muss, davon ist Norbert Gand, ehemaliger Vereinspräsident und jetziger Vorsitzender der CDU-Fraktion, überzeugt: "Solch grauenvolle Bedingungen hat kein anderer Verein im Stadtgebiet.

Die Duschen sind Tropfsteinhöhlen, im Gebäude huschten lange Zeit Kakerlaken herum, der Kammerjäger hatte dort regelmäßig zu tun", sagt er. Gand geht davon aus, dass das Problem nur mit einem Neubau gelöst werden kann. Angesichts der städtischen Haushaltssituation sei ein solches Projekt jedoch nicht in den nächsten Monaten zu realisieren: "Das wird allenfalls ein Thema für das Jahr 2013 sein."

Was die Finanzierung betrifft: Fußball-Chef Schikora signalisiert, dass auch die Sportler bereit sind, für ein neues Domizil anzupacken: "Dass wir Eigenleistung anbieten werden, ist selbstverständlich."

(NGZ/rl)
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