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Grevenbroich: Wir wollen endlich Sonne!

Grevenbroich : Wir wollen endlich Sonne!

Leere im Freibad, kein Heißhunger auf Eis und wenig Andrang beim Minigolf: Der unbeständige, verregnete Sommer bringt nicht nur schlechte Laune, sondern auch Umsatzeinbußen in einigen Sommerbranchen.

Es gibt wenig Dinge, die zurzeit für so schlechte Laune sorgen, wie die Wettervorhersage. Die extra für den Sommer gekaufte Badehose? Liegt gut verstaut im Kleiderschrank. Die neuen Flip-Flops? Stehen ungetragen im Schuh-Regal. Noch viel ärgerlicher ist der als "Jahrhundert-Herbst" daherkommende Sommer für Grevenbroicher, die bei gutem Wetter deutlich mehr Arbeit haben — und Geld verdienen.

Die NGZ stellt vier Grevenbroicher vor, die jeden Tag mit bangem Blick die Wettervorhersage verfolgen, und beinahe beschwörerisch den alten Rudi-Carrell-Klassiker "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?" auf den Lippen haben.

"Im Schnitt 50 Badegäste"

Hubert Hohmann sieht jeden Tag, dass etwas falsch läuft. Der 57-Jährige ist Schwimmmeister im Schlossbad. Im Freibad tummelten sich dort am Dienstagmittag nicht mal zehn Besucher. "Im Schnitt kommen etwa 50 Badegäste", sagt Hohmann. "Wir können ihnen nur so perfekte Bedingungen wie möglich bieten. Das Wetter können wir ja leider nicht machen." Wann er letztmals einen solch miesen Sommer erlebt hat? "Vermutlich noch nie", sagt Hubert Hohmann.

Hoffen auf den Herbst — das macht Simone Pickel, die die Minigolfanlage am Torfstecher Weg führt: "Bei uns war schon an einigen Tagen ,Land unter'. Und trotz Regen muss man ja immer wieder saubermachen." Viele Gäste würden sie regelmäßig anrufen und fragen: "Simone, regnet es heute oder können wir kommen?" Zwar habe das warme Wetter bereits früh angefangen, doch die Umsatzeinbußen seien hoch: "An einem guten Tag sind hier sonst bis zu 200 Menschen."

Grillfeste oder Jubiläen und Betriebsfeiern könnten dies nicht kompensieren. "Schade für die Kinder, die jetzt Ferien haben", meint Simone Pickel. Statt Zuckerwatte- oder Snickers-Eiscreme lieber Latte Macchiato oder Moccachino (Mischung aus Espresso und Kakao): So sieht es auf dem Tablett von Sefta Güller (27) im Eiscafé "Toto" aus: "Auch wenn es nicht warm ist, haben wir den ganzen Tag über zu tun.

Die Gäste sitzen entweder drinnen oder unten den Schirmen auf der großen Terrasse und schauen auf den Markt." Auch Isabell Olearczyk (50), seit 16 Jahren Chefin von "Isabell Dessous", wünscht sich "Sonne satt": Für mich persönlich kann der Sommer gar nicht lang und warm genug sein."

Ihre Kundinnen würden sich von dem verregneten Juli und August aber wenig beeinflussen lassen: Sie würden unverändert Tankini, Badeanzug & Co kaufen — allerdings mit einem anderen Ziel: "Sie kaufen die Bademode eben für den Urlaub oder sie nutzen jetzt gezielt die Sonderangebote."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Warten auf den Sommer

(NGZ)