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Grevenbroich: "Wir sind die letzten Dreizehner-Schüler"

Grevenbroich : "Wir sind die letzten Dreizehner-Schüler"

Im April machen gleich zwei Jahrgänge ihr Abitur. Grevenbroicher Schüler erzählen, was die Änderung im Schulsystem für sie bedeutet.

2013 ändert sich vieles in Sachen Schule und Bildung. Das "Turbo-Abitur" nach zwölf Jahren Schule tritt in Kraft. Somit machen gleich doppelt so viele Schüler ihr Abitur. Das Problem für die Jugendlichen: große Jahrgänge, Platzprobleme bei der Abi-Feier und geringere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. In Grevenbroich sind davon die Abiturjahrgänge des Pascal- und des Erasmus-Gymnasiums betroffen.

Nina Fienitz hat Glück gehabt. Die 19-Jährige konnte einen der Ausbildungsplätze als Kreissekretärsanwärterin beim Rhein-Kreis Neuss ergattern. Doch mit ihrem genauen Zukunftsplan ist sie momentan noch ziemlich alleine in ihrem Jahrgang am Pascal-Gymnasium. "Viele gute und sehr gute Schüler werden schnell aussortiert.

Viele Bewerbungen laufen noch, doch man merkt, dass doppelt so viele Schüler in den Startlöchern stehen", sagt die Schülerin. Das bestätigt auch Janine Reichmann. Auch bei ihr laufen die Bewerbungsverfahren noch. "Ich hoffe, dass es trotzdem bald klappt und ich schnell eine passende Stelle finde", meint Nina Fienitz.

Doch nicht nur bei der Ausbildungsplatzsuche gibt es Probleme für die Abiturienten. "Aufgrund des Doppeljahrgangs reicht der Platz in der Aula nicht aus. Wahrscheinlich müssen wir die Zeugnisvergabe und die Feierlichkeiten in ein Zelt verlegen. Das kostet unnötig viel Geld", meint Nina Fienitz. Die Stufensprecherin des Abi-Jahrgangs am Pascal-Gymnasium merkt zudem, dass die Gruppendynamik des Jahrgangs seit der Zusammenführung gelitten hat. "In der Stufe sind 180 Schüler zwischen 16 und 20 Jahren. Da gibt es natürlich manchmal Probleme", so die 19-Jährige.

Auch am Erasmus-Gymnasium stellen sich die Schüler auf die Abiturprüfungen im April 2013 ein. Dort wurden die beiden Jahrgänge nicht zusammengeführt. Doch Platzprobleme für die Feier bestehen dennoch. "Man musste Kompromisse finden. Das war sicherlich nicht immer einfach", sagt Nina Schiwy vom Erasmus-Gymnasium. Als etwas Besonderes fühlen sich die Schüler der Jahrgangsstufe 13 aber nicht: "Wir sind halt die letzten Dreizehner. Aber das wird nicht groß publik gemacht", sagt Schiwy.

Weiterhin nach dreizehn Jahren werden die Schüler der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule das Abitur erreichen können. Sie lernen dort neun Jahre für die Reifeprüfung.

Im Jahr 2013 wird sich auch die Schullandschaft in Grevenbroich verändern: Im Sommer soll eine zweite Gesamtschule, die "Gesamtschule II", starten. Deren Klassen 5 bis 7 werden an der Sachs-Schule unterrichtet, die folgenden an der KHS.

Die Errichtung der neuen Schule hat die Stadtverwaltung bei der Bezirksregierung beantragt, nachdem sich der Stadtrat mehrheitlich dafür ausgesprochen hat. Deshalb müssen die Hans-Sachs-Schule und Katholische Hauptschule (KHS) auslaufen. Auch das Ende der Realschule Bergheimer Straße hat der Stadtrat beschlossen; hier strengen Eltern zurzeit ein Bürgerbegehren an, um ihre Schule zu erhalten.

(draxl)