1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Wir bringen Grevenbroichern China nahe

Grevenbroich : Wir bringen Grevenbroichern China nahe

China ist Schwerpunkt-Thema im neuen Volkshochschul-Programm. Die NGZ stellt einige Dozenten vor, zwei stammen aus dem Land.

China mit seiner Jahrtausende alten Kultur und mit seiner enormen Wirtschaftsdynamik fasziniert viele Menschen. Wer mehr über das Reich der Mitte, über seine Küche und Sprache, Wirtschaft und Kunst erfahren möchte, ist bei der Volkshochschule Grevenbroich (VHS) richtig. Im Frühjahrs- und Sommersemester ist das Land mit über 1,3 Milliarden Einwohnern Schwerpunktthema – erstmals wurde dafür ein Land gewählt. "Beispielsweise Qi Gong-Kurse haben wir schon seit längerem im Programm. In diesem Semester wollen wir mit vielen Themen über China informieren – das ist auch ein Wunsch von Kursteilnehmern", sagt VHS-Mitarbeiterin Monika Born-Möbius.

Dafür konnte das Volkshochschul-Team ganz unterschiedliche Dozenten gewinnen, die aus China stammen oder sich seit Jahren mit dem Land befassen. Karin Horn zum Beispiel: Die Geografin aus Düsseldorf lernte China zunächst bei Studienreisen der Uni Würzburg kennen und erkundete das Land weiterhin – auch abseits der Touristenpfade. "China ist ein Land großer Gegensätze zwischen den pulsierenden Städten an der Ostküste und dem Hinterland, wo ein Teil der Menschen noch ohne fließend Wasser lebt. 200 Millionen Wanderarbeiter gibt es, die Regierung versucht, etwa mit Straßenbauprojekten auch in ländlichen Regionen Industrie anzusiedeln", erzählt Horn. "China – dynamische Küstenstädte, verarmtes Hinterland" ist Thema ihres Power-Point-Vortrages (5. März). Im zweiten – "China – der unersättliche Drache" befasst sie sich mit dem chinesischen Wirtschaftswunder und den Auswirkungen auf die Gesellschaft (25. April).

Einen Großteil ihres Lebens in China verbracht hat Yingchung Wang. Die 43-Jährige unterrichtete dort Chemie, heute gibt sie bei der VHS Sprachkurse. Beim Einführungskursus (Start 31. Januar) "konzentrieren wir uns vor allem auf die Sprache, nicht auf die Schrift". Wer das ausprobieren möchte: Für den 16. März bietet die VHS einen Crash-Sprach-Schnupper-Kursus "Red' ich etwa chinesisch? Ja!".

Vor etwa sieben Jahren zog Yingchun Wang mit ihrem Mann Kan Yao und den jetzt 14 Jahre alten Zwillingssöhnen nach Deutschland. "Ich habe in Shanghai europäische Malerei studiert und dann in einer Werbeagentur gearbeitet", erzählt der 42-Jährige, dessen Wunsch es war, "in Europa zu leben". Die Familie zog von der 20-Millionen-Einwohner-Metropole nach Grevenbroich, Kan Yao gründete eine Werbeagentur für Produktfotografie und Werbedesign. "In Grevenbroich geht es ruhiger, nicht so hektisch zu wie in Shanghai", sagt Yingchun Wang. Zusammen bietet das Ehepaar, das sehr gern kocht, Einblick in die chinesische Küche. "Die Küche, die Deutsche hier kennen lernen, ist oft nicht original", sagt Kan Yao. Mit Zutaten, die im Supermarkt zu finden sind, wird beim Kursus "Essen wie in China" (5. Februar) gebratenes Hähnchen mit Erdnuss und Gurken oder Stangenbohnen mit Speck zubereitet.

In die chinesische Tuschmalerei (20. und 21. April) will Heike Walter aus Neuss-Weckhoven einführen. Die 56-Jährige begann mit 17 zu malen, sie hatte allein oder mit anderen schon mehrere Ausstellungen. "1998 lernte ich bei einem Lehrer in Köln den Stil der Ling-Nan-Schule. Er ist impressionistisch, hat Elemente europäischer Kultur", erzählt die gelernte Erzieherin. In China war sie bislang noch nicht, "aber eine Fahrt ist geplant". Bei einem Selbstverteidigungskursus wurde bei Isolde Hansel aus Korschenbroich-Steinhausen das Interesse für China geweckt. Heute betreibt die 47 Jahre alte Mutter einer Tochter mit ihrem Mann in Mönchengladbach eine Sportschule für Kampfkunst und Gesundheitslehre. Und sie ist Ernährungsberaterin nach traditioneller chinesischer Medizin. Bei der VHS gibt sie unter anderem Tai Chi Chuan-Kurse für "Körper, Geist und Seele. Zu den Kursen kommen oft gestresste Menschen, die nach anderthalb Stunden entspannt nach Hause gehen."

Bereits seit 20 Jahren ist Axel Krause (55) aus Mönchengladbach Dozent bei der VHS – Natürlich fehlen auch in diesem Semester die Kure der "Qi Gong-Übungen" für die Wirbelsäule mit ihm nicht.

(NGZ)