Grevenbroich: Winterdienst soll besser werden

Grevenbroich : Winterdienst soll besser werden

Nach dem harten Winter hagelte es Kritik am Streudienst. Die Stadt zieht Konsequenzen, beteiligt sich an der Streusalz-Reserve in NRW. Die WGV kaufen Streufahrzeuge. Ein Standort fürs geplante Salzlager fehlt noch.

Wochenlang war Streusalz Mangelware. Schnee und Eis hatten die Straßen im Winter fest im Griff, zeitweise streuten die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich (WGV) nur noch gefährliche Stellen in der Streustufe eins. Ratsfraktionen forderten Konsequenzen. "Desaströs" nannte SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand den Winterdienst. Die FDP schlug vor, Landwirte und Baufirmen mit einzusetzen.

Im Rathaus und bei den WGV wurden Konsequenzen gezogen. Die Stadt hat ihre Streuvorräte kräftig aufgestockt. Ein eigenes Salzlager gibt's noch nicht, das städtische Kontingent liegt im Lager des Landesbetriebs Straßen NRW in Wevelinghoven — 400 Tonnen lagen dort für die Stadt. "Der Vertrag mit Straßen NRW wurde um ein Jahr verlängert", so Stadtsprecher Andreas Sterken.

Zusätzlich wurden gegen Versorgungsengpässe dieses Jahr weitere 400 Tonnen in "Bigbags" — Behältern aus Kunststoffgewebe — eingelagert. RWE stellte dafür Platz in einer Halle bereit. Wenn auch das nicht reicht: Die Stadt beteiligt sich für den Fall des "Salz-Notstandes" an der vom Land initiierten Streusalz-Notreserve mit 400 Tonnen.

Vorbereitet sind auch die WGV: "Wir sind besser aufgestellt als im vergangenen Winter", erklärt Geschäftsführer Rainer Baumgardt. 180 000 Euro haben die WGV investiert: "In der Streustufe eins rückt künftig ein dritter Streuwagen aus, der in diesem Monat ausgeliefert werden soll." Der ist kleiner und schmaler als die vorhandenen 18-Tonner, "damit wir auf engen Straßen besser durchkommen".

Zudem wurden ein kleiner Streuwagen und zwei Streuaufsätze für Kleintraktoren bestellt. Rainer Baumgardt sagt aber auch: "Die Vorwürfe gegenüber den WGV waren nicht gerechtfertigt. Wir haben unsere vertraglichen Verpflichtungen erfüllt. Aber der Winter hat gezeigt, dass das Vereinbarte nicht ausreichte."

Eine Entscheidung steht noch aus: Die Stadt plant ein eigenes Salzlager, doch auf dem WGV-Bauhof am Flutgraben ist kein Platz. Nun wird ein neuer Standort für den gesamten Bauhof gesucht. Für dessen Verlegung hatte sich die CDU stark gemacht. Die Mehrheit des Rates sprach sich Ende 2010 aber für eine Sanierung am Flutgraben aus. Doch das war vor den Schneewehen, danach gab es eine Kehrtwende.

Gleich mehrere Standorte für die Bauhof-Verlagerung wurden ins Gespräch gebracht — darunter etwa Flächen in Neurath und an der Landstraße 361. Zurzeit fokussiert sich die Diskussion auf ein Gelände am Ortseingang von Noithausen, das zwischen den Kreisstraßen 10 und 22 liegt. Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, soll in Kürze eine Entscheidung fallen.

(NGZ/rl)