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Grevenbroich: Winter-Varieté in der Krise

Grevenbroich : Winter-Varieté in der Krise

Nach der Premiere erloschen die Lichter im Zelt an der Lindenstraße. Das groß angekündigte Winter-Varietévor dem Aus? Nach Krisengesprächen in der Manege soll die Show nun weitergehen – unter neuer Leitung.

Nach der Premiere erloschen die Lichter im Zelt an der Lindenstraße. Das groß angekündigte Winter-Varietévor dem Aus? Nach Krisengesprächen in der Manege soll die Show nun weitergehen — unter neuer Leitung.

Hinter dem Manegen-Vorhang des Winter-Varietés hat es offensichtlich gekracht. In der Nacht zu Dienstag wurde Organisator Toni Helmus von seinen Aufgaben entbunden. Jetzt versucht ein vierköpfiges Team von Zirkusfreunden, die Show zu retten. Darunter Wolfgang Riehn aus Korschenbroich. Der Ehemann der russischen Clowfrau "Antoschka" ist optimistisch: "Es lohnt sich, in Grevenbroich weiterzumachen."

Trotz einer gelungenen Vorstellung: Mit nur 50 Zuschauern fiel die Premiere am Samstag dürftig aus. Da am Sonntag lediglich 18 Besucher kamen, wurden die beiden geplanten Vorstellungen abgesagt. Auch am Montagabend blieben die Lichter aus — hinter den Kulissen wurden Krisengespräche geführt. Das Ergebnis: "Es sind noch alle Künstler an Bord. Wir machen weiter", erklärt Wolfgang Riehn.

Gemeinsam mit dem Besitzer des Zirkuszelts, dem Wevelinghovener Hotelier Vlado Mundar und dem Essener Zirkusfreund Manfred Sievering will der Korschenbroicher nun Versäumtes rasch nachholen: "Ab Mittwoch wird großflächig plakatiert. Zudem werden in der Stadt und den umliegenden Gemeinden Ticket-Shops eingerichtet." Auch das Zelt soll eine Dekoration erhalten: "Mit Tannenbäumen."

Offen bleibt, ob Marijke Amado mit von der Partie sein wird. Die Niederländerin — bis Anfang Januar als Moderatorin für das Winter-Varieté gebucht — hatte bisher nur einen Kurzauftritt bei der Premiere und sich dabei eine Erkältung zugezogen. Der Grund: Hinter der Bühne herrschten am Samstag Minus-Temperaturen — es gab weder eine Heizung noch Künstlergarderoben. Da selbst ausreichend Licht fehlte, mussten sich etwa die Tänzerinnen des Balletts im Schein ihrer Feuerzeugflämmchen schminken. Ob Amado als TV-Profi in dieses Zelt zurückkehren wird, wollte sie am Dienstag noch nicht beantworten.

Wie Wolfgang Riehn erklärt, seien die Bedingungen für die Künstler deutlich verbessert worden, es seien zwischenzeitlich Garderoben eingerichtet und ein Heizaggregat aufgestellt worden. "Im Zelt selbst ist es warm, so dass einer Vorstellung nichts mehr im Wege steht."

Heute Abend soll sich der Vorhang um 19.30 Uhr wieder öffnen. "Das erste Wochenende war schlecht, jetzt steuern wir auf das zweite zu", erklärt der Korschenbroicher. Er geht davon aus, dass das Winter-Varieté doch noch seine Freunde finden wird: "Nach der guten Premiere zieht der Kartenverkauf merklich an."

(NGZ)