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Grevenbroich: "Windtest" will nach Iowa

Grevenbroich : "Windtest" will nach Iowa

Die Grevenbroicher "Windtest GmbH" will ihre Marktposition verbessern: Die Firma plant für 2013 die Gründung einer Tochtergesellschaft im US-Staat Iowa. Darüber müssen Stadtrat und Kreistag noch entscheiden.

Endlose Landschaften, unberührte Natur und Maisfelder bis zum Horizont — das ist die eine Seite von Iowa. Die andere: Der Bundesstaat im Mittleren Westen gilt in den USA als Marktführer in Sachen Windenergie. Genau dorthin zieht es die Neurather Firma "Windtest", an der auch die Stadt Grevenbroich und der Rhein-Kreis Neuss beteiligt sind. Die GmbH plant im ersten Quartal 2013 die Gründung einer Tochtergesellschaft in den Vereinigten Staaten.

Das Unternehmen betreibt seit 1995 ein Testfeld für Windkraftanlagen auf der Frimmersdorfer Höhe — aber nicht nur. "Mittlerweile sind wir als Messdienstleister international aufgestellt", sagt Geschäftsführerin Monika Krämer. Ihre 30 Mitarbeiter sind europaweit tätig — aber auch in den USA und Indien. Bisher werden diese Aktivitäten ausschließlich von Neurath aus gesteuert. Das soll sich ändern.

"Anlagenhersteller und Windparkbetreiber führen ihre Geschäfte zunehmend weltweit. Diese Kunden kaufen Messdienstleistungen immer mehr von zentralen Standorten im Ausland ein", betont Krämer. Alle wesentlichen Mitbewerber seien dieser Entwicklung mit einer internationalen Präsenz gefolgt. "Um unsere Marktposition zu verbessern, wollen auch wir vor Ort in den USA agieren. Das trägt auch zur Sicherung des Standorts Grevenbroich bei", sagt Krämer.

Nordamerika sei für die Entwicklung und Förderung der Windenergie von entscheidender Bedeutung, acht der großen Hersteller hätten dort Forschungszentren oder Produktionsstätten. Geplant ist die Gründung einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft in Iowa, die ihren Sitz in der 6300-Einwohner-Stadt Estherville haben soll. Dort wollen die Grevenbroicher ihr Know how bei der Entwicklung der Windtechnologie anbieten.

Die Finanzierung soll durch Eigenmittel erfolgen, ohne Rückgriff auf das Geld der Gesellschafter. "Das Projekt befindet sich in der Planungsphase", sagt Geschäftsführerin Krämer: "Noch liegen uns nicht die Beschlüsse der Gremien und der Gesellschafterversammlung vor."

Eines dieser Gremien, der Kreisausschuss, hat seinen Beschluss jetzt auf den 14. November vertagt. Vertreter von SPD und Grünen diskutierten unter anderem darüber, ob es sinnvoll sei, auf amerikanischen Boden tätig zu werden. "Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat darum gebeten, alle offene Fragen schriftlich zu stellen, damit sie in der nächsten Sitzung beantwortet werden können", so Kreissprecher Harald Vieten.

Dann soll es zur Beschlussfassung kommen. Der Grevenbroicher Stadtrat wird sich voraussichtlich am 6. Dezember mit diesem Thema beschäftigen.

(NGZ/rl)