Grevenbroich: "Windtest" expandiert

Grevenbroich : "Windtest" expandiert

Die Windtest Grevenbroich ist weltweit aktiv: Heute wird in den Niederlanden ein zweites Testfeld eröffnet, auf dem die Gesellschaft mit einem Partner neue Windräder erprobt. Der Sitz von Windtest bleibt aber in Neurath.

In Indien, China, der Türkei und in vielen anderen Ländern beurteilen Mitarbeiter der Windtest Grevenbroich GmbH die Standorte für neue Windkraftprojekte oder messen die Leistung von Windrädern. Da ist die Lage des neuen Testfelds in Lelystad am Ijsselmeer "für uns komfortabel", sagt Geschäftsführerin Monika Krämer (43). Heute wird in den Niederlanden das neue Areal eröffnet, auch der niederländische Wirtschaftsminister wird dazu erwartet, Windtest kooperiert dort mit dem Unternehmen Ecofys WTTS. Der Partner betreibt das Feld, Windtest ist für Messungen zuständig. "Mit jetzt zwei Testfeldern gehören wir zu den größten Dienstleistern in diesem Bereich", sagt Monika Krämer. Der Sitz der Gesellschaft bleibe aber "definitiv in Neurath". Vor rund drei Jahren war Windtest in einen Neubau an der Frimmersdorfer Straße umgezogen.

Sieben Windräder drehen sich derzeit auf der Neurather Höhe, werden dort auf Herz und Nieren geprüft und nach rund fünf bis sieben Jahren durch neue Testanlagen ersetzt. "Wir haben viele Anfragen, aber dort keine Kapazitäten mehr für weitere Windräder", begründet Krämer die Expansion im Nachbarland. Auch das Areal in Lelystad – Platz ist dort für zehn Windräder – "ist bereits ausgebucht. Das Fundament fürs erste Windrad ist bereits gelegt, in diesem Jahr werden vier bis fünf Anlagen errichtet", schildert Krämer.

Die Leistung der Windräder steigt übrigens – immer mehr Multi-Megawatt-Anlagen seien gefragt. "Hatte ein Windrad früher im Durchschnitt ein Megawatt Leistung, sind es heute zwei – und der Trend geht hin zu Fünf- und Sechs-Megawatt-Anlagen", erklärt die Geschäftsführerin.

In vielen Teilen der Erde boomt der Markt für die Energiegewinnung aus der Windkraft – und entsprechend ist die Auftragslage der Grevenbroicher Gesellschaft mit rund 30 Mitarbeitern. "In diesem Jahr wollen wir unser Geschäft in China und in Indien ausbauen", sagt Monika Krämer. China sei das Land, in dem zurzeit die meisten Windkraftanlagen aufgestellt werden.

Aus Indien hat Windtest bereits einen Großauftrag erhalten. Aber auch in Frankreich, Skandinavien, Polen und Griechenland sind die Experten aktiv. Im Jahr erhält die Gesellschaft Aufträge für Windkraft-Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 4000 Megawatt – fast das Doppelte der Leistung des neuen RWE-BoA-Kraftwerks in Neurath

Windtest erprobt nicht nur Prototypen, beurteilt Standorte und misst Leistungen, sondern die Gesellschaft bietet auch Inspektionen an. In Deutschland müssen Windräder alle vier Jahre geprüft werden. Seit einigen Monaten kooperiert Windtest dabei mit dem TÜV Nord in Hannover.

(NGZ)