Grevenbroich: Wie sich Radler in der Dunkelheit schützen

Grevenbroich : Wie sich Radler in der Dunkelheit schützen

Wer auch in der dunklen Jahreszeit mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte vor allem auf die Beleuchtung und auf gut sichtbare Kleidung achten. Der ADFC Grevenbroich gibt darüber hinaus weitere Tipps fürs Radfahren im Winter.

Wolfgang Dellmann macht sich Sorgen: "Ich sehe viele Kinder, die auf ihrem Fahrrad ohne Licht fahren. Entweder das Vorder- oder Rücklicht ist defekt — oder gleich beide. Zudem tragen sie häufig dunkle Jacken ohne reflektierende Streifen. Das ist im Dunkeln gefährlich", sagt der 72-Jährige aus Laach. "Eltern sollten sich das Rad ihrer Kinder ansehen", betont Dellmann. Polizeisprecher Hans-Willi Arnold rät "allen Radfahrern, zum Beginn der dunklen Jahreszeit am Fahrrad die Beleuchtung zu prüfen." Heiko Fiegl, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC Grevenbroich, hat viele Ratschläge dafür, was beim Fahrrad im Winter zu beachten ist.

Beleuchtung Wenn es im Herbst und Winter morgens später hell und abends bereits ab 17 Uhr dunkel wird, ist eine gute Beleuchtung unverzichtbar. Fiegl setzt an seinem Fahrrad auf moderne LED-Leuchten: "Da fühle ich mich endlich im Straßenverkehr respektiert", sagt der 70-Jährige. "Dagegen ist meine alte Fahrradlampe eine trübe Funzel", sagt der Kapellener, der zu jeder Jahreszeit Rad fährt. Auch in den Wintermonaten will er auf seinen Drahtesel nicht verzichten.

Reifenprofil Weil er da nicht um nasses Laub, Schnee und Eis herumkommt, setzt er auf ein starkes Reifenprofil, damit die Räder mehr Halt auf glatten Oberflächen haben. Auch Spikes seien für Fahrräder erlaubt. "Mein Tipp für den Winter: Den Reifenluftdruck auf das Minimum reduzieren. So erhöht sich die Fläche, auf der der Reifen aufliegt", sagt Fiegl, der etwa 7000 Kilometer im Jahr auf dem Rad zurücklegt.

Kleidung Stets dabei hat er seinen Reflektorkragen, der genauso funktioniert wie eine handelsübliche Warnweste. "Sie ist nur etwas kleiner, leichter anzuziehen, platzsparend und leicht", sagt er. Der Vorteil: Im Straßenverkehr wird er deutlich besser sichtbar, Autofahrer halten Abstand.

Reflektoren Auf Reflektoren mag er dennoch nicht verzichten. Schließlich setzt er als eingefleischter Fahrradfahrer auf ein verkehrssicheres Zweirad. "Ein roter Reflektor hinten am Gepäckträger, gelbe Reflektoren an Vorder- und Rückseite der Pedalen und ein durchgehender Reflex-Kreis auf beiden Reifenseiten", zählt Fiegl die Rückstrahler an seinem Rad auf. Alternativ dazu müssen jeweils zwei Katzenaugen an die Speichen geklemmt oder 36 reflektierende Stäbchen an die einzelnen Speichen beider Reifen gesteckt werden.

Fahrradkette Wer sicher gehen möchte, dass sein Fahrrad den Winter gut übersteht, sollte die Antriebskette ölen. "Durch Salz auf den gestreuten Straßen wird sie besonders anfällig für Rost", erklärt Fiegl. Bei Schnee und Eis zu fahren — davon rät der ADFC-Vorsitzende ab. "Wer trotzdem raus muss, sollte den Sattel tiefer stellen, damit er sich im Fall der Fälle mit den Füßen schnell und ohne Probleme abstützen kann", sagt Heiko Fiegl, der gerade im Herbst und Winter immer mit Helm fährt.

Bremsen Auch die Bremsen sollten für den Winter fit gemacht werden, meint der Experte: "Lassen sich die Bremsgriffe zu nah an den Lenker ziehen, müssen sie nachgestellt werden — im Zweifel empfehle ich neue Bremsklötze oder -scheiben."

(cka)
Mehr von RP ONLINE