Grevenbroich: Widerstand gegen Windrad-Pläne

Grevenbroich : Widerstand gegen Windrad-Pläne

In Wevelinghoven regt sich der Widerstand gegen den Bau von Windrädern. Bürger planen in den nächsten Tagen eine Aktion. Vor den Geschäften auf dem Marktplatz wollen sie ihrem Unmut über die Pläne der Stadt Luft machen und über die Dimensionen der ewa 200 Meter hohen Windräder informieren. Unterstützt werden sie von Uwe Holl, der Mitglied des CDU-Ortsverbandes ist.

Holl lehnt die sieben, östlich der Umgehungsstraße vorgesehenen Windräder ab — nicht nur wegen der Optik. "Etwa 30 Prozent der gesamten Grevenbroicher Gewerbeflächen stehen bereits für die Energieproduktion zur Verfügung", meint er — dies sollte genügen. Außerdem seien schon jetzt 3,1 Prozent der Flächen durch Windräder belegt, die Stadt erfülle damit fast die Auflagen der Landesregierung, die 3,5 Prozent vorgegeben hat. "Würden die sieben weiteren Windräder kommen, lägen wir schon bei 4,6 Prozent — und damit über dem, was der Gesetzgeber verlangt."

Was Uwe Holl ärgert: "Nach meinen Recherchen ist die Fläche zwischen Wevelinghoven, Barrenstein und Langwaden von einem Fachbüro als nur bedingt für Windräder geeignet beurteilt worden. Daher sollen dort nun Rotoren gebaut werden, die zu den höchsten in ganz Deutschland zählen." Holl befürchtet hierdurch vor allem einen Wertverlust für die geplanten städtischen Baugebiete am Mevissen und am Böhnerfeld.

Grundsätzlich hat sich der CDU-Ortsverband gegen die Ausweisung weiterer Windkraft-Zonen im Stadtgebiet ausgesprochen. "Grevenbroich tut genug für die Energieversorgung im Land", meint Vorsitzender Holger Leusch. Damit steht die Orts-CDU konträr zur Meinung der Fraktion, die sich für den Bau weiterer Windkraftanlagen ausgesprochen hat, auch weil damit Gewerbesteuereinnahmen verbunden seien. "Mit Blick auf die Haushaltslage unserer Stadt wäre es fahrlässig, sich gegen die Ansiedlung der Rotoren auszusprechen", meint Vorsitzender Norbert Gand.

Einen Streit zwischen Ortsverband und Fraktion gebe es nicht, bekräftigt er: "Wenn die Wevelinghovener ihre Individualinteressen vertreten, ist das in Ordnung", erklärt Gand. An der Position der Fraktion werde dies jedoch nichts ändern: "Für uns ist die Ansiedlung weiterer Windräder eine umwelt- und wirtschaftspolitisch sinnvolle Sache, die kaum Auswirkungen auf die Bevölkerung hat."

Uwe Holl sieht diese Aussagen kritisch: "Wenn schon alles beschlossen ist, muss ich mich fragen, welche Interessen ich vertreten soll — wenn nicht die der Bürger."

(wilp)
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