Grevenbroich: Widerstand gegen Strompark im Kraftwerk

Grevenbroich: Widerstand gegen Strompark im Kraftwerk

Die Grünen im Landtag wollen den Strompark nach Frimmersdorf oder Neurath verlagern. In Grevenbroich formiert sich der Widerstand.

Der in Meerbusch-Osterath geplante Strom-Park soll ins Braunkohlerevier verlagert werden. Dafür macht sich Reiner Priggen von den Grünen im Landtag stark. Der Fraktionsvorsitzende forderte jetzt den Netzbetreiber Amprion auf, alternativ zu prüfen, ob etwa die Kraftwerks-Areale in Frimmersdorf oder in Neurath als Standort für den umstrittenen Konverter genutzt werden können. In Grevenbroich trifft er mit diesem Vorschlag kaum auf Begeisterung.

Vor allem die SPD lehnt Priggens Alternative ab. "Frimmersdorf ist definitiv der falsche Standort", sagt Stadtverbandsvorsitzender Daniel Rinkert: "Nach dem Abbruch der alten 150-Megawatt-Blöcke muss dieses Gelände wieder für den Bau eines Braunkohlekraftwerks genutzt werden. Im Gegensatz zu einem Strompark bringt das nämlich Gewerbesteuer und Arbeitsplätze." Außerdem gibt Rinkert zu bedenken, dass die Orte Gustorf und Frimmersdorf in direkter Nachbarschaft liegen: "Sie wären noch näher am Konverter dran als das in Meerbusch der Fall wäre."

Auch Rainer Thiel winkt ab: "Es gibt viele Gründe, den Standort Osterath kritisch zu sehen", meint der SPD-Landtagsabgeordnete: "Aber es gibt keinen Grund, deshalb Frimmersdorf oder Neurath als Standorte vorzuschlagen." Wertvolle Industrieflächen dürften nicht für eine Umschaltanlage verschwendet werden, stellt er klar: "Außerdem liegt Grevenbroich nicht an der von der Bundesnetzagentur geplanten Trasse. Es sind weitere Stichleitungen notwendig, die zusätzliche Belastungen bringen."

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Bürgermeisterin Ursula Kwasny kann sich mit einem Strompark auf Grevenbroicher Gebiet ebenfalls nicht anfreunden: "Die Stadt hätte nichts davon", stellt sie fest: "Außerdem wollen wir in Frimmersdorf zusammen mit RWE Power etwas anderes als einen Konverter entwickeln." Das sieht übrigens auch Dieter Dorok von den Grünen so: "Dieser Standort muss künftig für Unternehmen aus dem Zweig der erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen", zitiert er aus dem Wahlprogramm der Grevenbroicher Öko-Partei. "Mehr Potenzial" sehe Dorok in Richtung Rommerskirchen: "Dort gibt es große landwirtschaftliche Flächen, die für einen Strompark geeignet wären."

Die CDU ist in Sachen Konverter noch zu keiner abschließenden Meinung gekommen. "Es müssen erst einmal die Grundlagen ermittelt werden", sagt Fraktionschef Norbert Gand: "Wichtig ist vor allem, wie hoch das Gefährdungspotenzial für die Bevölkerung ist — diese Frage muss geklärt werden."

Bereits im Oktober hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gegen den Standort Osterath protestiert. Alternativ müssten geeignete Industriegebiete geprüft werden — etwa das Kraftwerk Frimmersdorf, schlug er vor. Der Planungs- und Umweltausschuss des Kreises schloss sich jetzt diesem Protest an: CDU und FDP verabschiedeten eine Resolution, in der sich das Gremium gegen den Konverter in Osterath ausspricht. Die SPD stimmte nicht mit. Trotz Annäherung in Diskussion konnte keine gemeinsame Formulierung zum Resolutionstext gefunden werden. Die Grünen nahmen an der Sitzung nicht teil.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2012: Treffen der "Initiative gegen den Doppelkonverter

(NGZ/ac/url/top)