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Grevenbroich: Widerstand gegen Sportplatz

Grevenbroich : Widerstand gegen Sportplatz

Neben dem Forstbauhof soll ein Kunstrasenplatz für den TuS Grevenbroich errichtet werden – auf einer Wiese am Eingang zum Bend. Gegen diese Pläne wendet sich jetzt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Neben dem Forstbauhof soll ein Kunstrasenplatz für den TuS Grevenbroich errichtet werden — auf einer Wiese am Eingang zum Bend. Gegen diese Pläne wendet sich jetzt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW).

Reiher lassen sich auf der Wiese nieder, Fasane und Rehe überqueren sie auf dem Weg zum Wald. Und auch das selten gewordene Rebhuhn hat dort ein Rückzugsgebiet gefunden. Das alles sieht Klaus Krützen, Vorsitzender der Grevenbroicher Waldschützer, in Gefahr: "Denn uns sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass auf der Wiese ein Trainingsplatz für den TuS Grevenbroich gebaut werden soll." Und den lehnen die Waldschützer kategorisch ab: "Die Standortwahl ist fragwürdig", beklagt SPD-Politiker Krützen: "Eine solche Anlage gehört nicht ins Landschaftsschutzgebiet."

Der Bau eines Fußballplatzes am Eingang zum Bend ist mehr als nur ein Gerücht. Das bestätigt der CDU-Vorsitzende und ehemalige TuS-Präsident Norbert Gand: "Es gibt ernsthafte Diskussionen, dort eine Trainingsanlage mit Kunstrasenplatz zu bauen", erklärt er. Nicht nur der Vorstand des Turn- und Sportvereins, sondern auch das städtische Bauamt bevorzuge diesen Standort. Letzteres kläre zurzeit, ob der Bau einer solchen Anlage an dieser Stelle möglich ist.

TuS-Chef Lothar Zimmermann — der gestern nicht zu erreichen war — hatte bereits in der Vergangenheit beklagt, dass es den Fußballern an Trainingsmöglichkeiten fehle. Das bestätigt sein Vorgänger Norbert Gand: "Die Verhältnisse auf dem Ascheplatz des TuS sind katastrophal, er kann viele Wochen im Jahr nicht bespielt werden", sagt er. So müssten die Mannschaften immer öfter auf die Spielfelder in Orken, Neukirchen oder Elfgen ausweichen — und das habe Folgen: "Zwei Teams wurden dem TuS bereits von anderen Vereinen abgeworben", weiß Gand.

Zwar sei diese Problematik der Schutzgemeinschaft bewusst — "doch sie sollte nicht an der ausgesuchten Stelle gelöst werden", meint Klaus Krützen: "Auch der Autoverkehr, der damit möglicherweise verbunden ist, würde Fauna und Flora immens stören. Das bereitet dem SDW-Vorstand erhebliche Bauchschmerzen — das wird auf Widerstand stoßen", kündigt der Vorsitzende an. Er präferiere vor diesem Hintergrund den Ausbau des Ascheplatzes mit Kunstrasen.

Bodenuntersuchungen hätten jedoch ergeben, dass dies dort nicht möglich sei, kontert Norbert Gand und schildert: "Der Untergrund der Anlage würde einen Kunstrasen nicht tragen." Bessere Voraussetzungen seien am Forstbauhof vorhanden, für den Bau eines Trainingsplatzes müsse jedoch der Flächennutzungsplan geändert werden. Als Jugendpolitiker drängt Gand auf die Realisierung der TuS-Pläne: "Es ist wichtig, dass wir für junge Sportler etwas Sinnvolles schaffen. Für Rebhühner und Fasane finden wir eine andere Lösung."

(NGZ)