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Grevenbroich: WGV saniert Kanäle in Noithausen

Grevenbroich : WGV saniert Kanäle in Noithausen

Roboterwägelchen kleiden Rohre unterirdisch mit einem "Strumpf" aus.

Ein 1,5-Millionen-Euro-Programm geht in seine letzte Etappe: Seit drei Jahren erneuern oder sanieren die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich (WGV) schrittweise die Kanäle im Bereich "Am alten Hof" und in den umliegenden Straßen. Am 12. August sollen nun die Arbeiten auf der Pommernstraße starten. "Der Regenwasser- und der Schmutzwasserkanal dort sind über 50 Jahre alt und marode, sie weisen Risse auf", begründet Uwe Bors, der bei den WGV für die Planung und die Unterhaltung des Kanalnetzes zuständig ist.

Eine Besonderheit an der Pommernstraße: Die Fahrbahn braucht während der insgesamt etwa drei bis Monate dauernden, etwa 100 000 Euro teuren Arbeiten nicht groß aufgerissen zu werden. "Da die Rohre zwar alt, aber groß genug bemessen sind, werden sie nicht ausgewechselt, sondern saniert", erläutert Bors. Und dabei wendet eine Siegburger Firma das sogenannte "Inliner-Verfahren" an: Mit Roboterwägelchen wird ein "Kunstharz-Strumpf" ins Rohr eingezogen, der wird dann gegen die Kanalwände gepresst und härtet aus. Auch die Hausanschlüsse werden unterirdisch saniert, die ferngesteuerten Roboterwägelchen sind mit Kamera, Fräse oder Gelenkarm ausgestattet. Das Inliner-Verfahren wurde bietet laut Uwe Bors mehrere Vorteile: Zum einen sei es preiswerter als andere Lösungen, zum anderen "brauchen wir die Fahrbahn nicht aufzureißen, sondern kommen mit kleinen Wanderbaustellen aus". Das sei auf der Pommernstraße besonders sinnvoll: "Bei einer großen Baustelle müssten wir dort aufwendig eine provisorische Fahrbahn schaffen. So aber kann etwa der Rettungswagen trotz der Arbeiten auf der Straße zu den Häusern fahren. In dem Gebiet dort wohnen viele ältere Menschen", erklärt Bors.

In Kürze steht das nächste Projekt an: Auf der Brandenburger Straße in Kapellen werden größere Kanäle mit stärkerem Gefälle verlegt. Im nächsten Jahr sollen Kanäle in der Tal- und Josef-Thienen-Straße folgen. Danach sollen die Überflutungen bei starken Regenfällen auf der Industriestraße in Kapellen – wie Mitte Juni – der Vergangenheit angehören.

(NGZ)