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Grevenbroich: Werbering sieht City-Feste in Gefahr

Grevenbroich : Werbering sieht City-Feste in Gefahr

Wer Großveranstaltungen plant, muss künftig mit höheren Sicherheitsauflagen rechnen. Der Werbering sieht damit seine City-Feste in Gefahr. Vorsitzender Fred Schlangen richtete jetzt einen Appell an Bürgermeisterin und Rat.

Ein Orientierungsrahmen soll den Kommunen bei Großveranstaltungen künftig mehr Sicherheit bieten. Zwei Jahre nach dem Loveparade-Drama in Duisburg hat das Innenministerium einen Handlungsplan vorgelegt. Er soll Städten und Gemeinden helfen, Gefahrenpotenziale einzuschätzen und das Sicherheitskonzept des Veranstalters zu prüfen. Welche Auswirkungen dieses Papier auf Grevenbroich hat, wird Ordnungsamtsleiter Udo Robling heute Abend vor dem Hauptausschuss erläutern.

Im Vorfeld meldet Fred Schlangen, Vorsitzender des Werberings, seine Bedenken an. Er befürchtet zusätzliche Auflagen und sieht damit die großen Stadtfeste in Gefahr. Das machte er in einem Brief an die Bürgermeisterin und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen deutlich.

City-Frühling und City-Herbst locken regelmäßig mehrere zehntausend Besucher in die Fußgängerzone. Sie fallen damit — ähnlich wie der "Adventszauber" oder das "Moonlight Shopping" — in die Kategorie der Großveranstaltungen. Bereits 2011 hatte der Werbering höhere Sicherheitsauflagen erfüllen müssen. So musste er wegen der teils zu schmalen Straßen die Zahl der Imbiss- und Verkaufsstände deutlich reduzieren. Schlangen geht davon aus, dass künftig weitere, schärfere Auflagen auf die Händler zukommen werden: "Dazu zähle ich auch den Einsatz eines professionellen Security-Dienstes, der unsere Kosten in die Höhe treiben würde."

Der Werbering-Chef wehrt sich nicht gegen Sicherheitsmaßnahmen, er gibt aber zu bedenken: "Nach unserem Gefühl ist die Besucherfrequenz bei den City-Festen sicherlich beachtlich. Auf der Schildergasse oder der Hohe Straße in Köln herrscht eine solche Kundendichte aber an jedem Samstag." Und das ganz ohne Sicherheitskonzept. "Es ist daher nicht berechtigt, wenn in Grevenbroich andere Maßstäbe angelegt werden als in Großstädten", erklärt Schlangen.

Der Vorsitzende der Einzelhändler erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die Fußgängerzone vor der Landesgartenschau (1995) für den Aufenthalt von vielen Menschen geplant und gebaut worden sei — es gebe dort weder Barrieren noch Absperrungen. Zudem seien auch die angrenzenden Straßen an vielen Stellen zu den Seiten hin offen, "so dass Zu- und Abgänge immer möglich sind".

Angesichts des Orientierungsrahmen des Landes befürchtet Schlangen, dass "sich das Regelungsbedürfnis einer Verwaltung hier eine unpassende Aufgabe" suchen wird. Er ruft die Stadt zu einer lösungsorientierten Zusammenarbeit auf: "Ohne dieses gegenseitige Bemühen sind die für Grevenbroich so erfolgreichen Veranstaltungen in der Innenstadt nicht durchführbar."

Wie Bürgermeisterin Ursula Kwasny gestern erklärte, will sie zeitnah ein Gespräch mit allen Betroffenen führen und über die Auswirkungen des Orientierungsrahmens diskutieren. Dazu zählt sie auch die Karnevalisten, die mit höheren Auflagen für ihre jährlichen Umzüge rechnen müssen.

(NGZ/rl)