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Grevenbroich: Weniger Behindertenparkplätze

Grevenbroich : Weniger Behindertenparkplätze

Politiker nahmen die Behindertenparkplätze am Bahnhof und Schloss unter die Lupe. Einige Plätze sollen wegfallen. Vor dem Termin hatte es Streit gegeben zwischen Wolfgang Latzel (CDU) und der Behindertenbeauftragten.

Gibt's in der Stadt zu viele oder zu wenige Autostellplätze für behinderte Menschen? Diese Frage hatte zu Streit zwischen Wolfgang Latzel (CDU) und der Behindertenbeauftragten der Stadt, Charlotte Häke, geführt. "Bürger beklagen, dass es zu viele Behindertenparkplätze in der Innenstadt gibt — und sie oft leer bleiben", erklärte Ausschussvorsitzender Latzel. So mancher Autofahrer ist verärgert, wenn er auf der Parkplatzsuche an freien Flächen mit dem weißen Rollstuhlschild vorbeifahren und weitere Runden drehen muss. Charlotte Häke, selbst gehbehindert, sieht die Situation dagegen ganz anders: "Es gibt viel zu wenige Parkplätze für Behinderte. Und die vorhandenen werden oft auch noch von anderen zugeparkt."

Ein Ortstermin von Bauausschuss-Politikern und Charlotte Häke am Bahnhof und am Alten Schloss sollte mehr Klarheit bringen. Eine Erkenntnis bei der Besichtigung: Nicht alle vorhandenen Standorte sind sinnvoll. Zwei Stellplätze gegenüber dem TuS-Stadion sollen in drei normale Stellplätze umgewidmet werden. "Für Gehbehinderte, die in die Innenstadt wollen, ist der Weg von dort zu weit", sagte Charlotte Häke, sie ist mit der neuen Lösung einverstanden.

In Höhe von Haus Hartmann soll dagegen wieder ein dritter Behinderten-Platz eingerichtet werden, einer war nämlich der Anlage eines Weges zum Opfer gefallen. "Als Behindertenbeauftragte hätte ich davon gern Kenntnis gehabt", entfuhr es Häke. Zum kurzen Disput kam es am Bahnhofsvorplatz. Anwohner Stefan Dietz beobachtet, dass auf den drei Stellplätzen "nie ein Behinderter parkt. Die sind unnötig", so sein Fazit. Stimmt nicht, entgegnete Charlotte Häke. "Immer wieder erlebe ich, dass hier Behinderte hier nicht parken können, weil andere ihnen den Platz wegnehmen."

Einigkeit bestand bei den Teilnehmern des Ortstermins darin, dass einer der drei Stellplätze umgewandelt werden soll — wie schon zuvor zwei von vier im Bahnhofsparkhaus. "Frauen haben mir erklärt, dass es ihnen dort zu dunkel ist und sie Angst haben", so Häke. Keine Abstriche wird es bei den sieben für Behinderte ausgewiesenen Parkmöglichkeiten auf der Park-and-Ride-Anlage an der Merkatorstraße geben, da der Platz mit Landesmitteln gefördert wurde.

Generell hält Häke an ihrer Forderung fest: "Wir brauchen mehr Stellflächen, von denen behinderte Menschen leicht in die City kommen." Im engeren Innenstadtbereich gebe es lediglich 13 bis 15 Stellmöglichkeiten. Behinderten sollten aber "drei Prozent des Parkraums zur Verfügung stehen."

Entscheidungen fielen noch nicht, die Verwaltung soll die Vorschläge für den Bauausschuss, der morgen tagt, zusammenstellen.

(NGZ)