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Weltkriegsbomben in Grevenbroich entschärft

Amerikanische Weltkriegsbomben unschädlich gemacht : Zwei 250-Kilo-Bomben in Gustorf entschärft

Nahe der Adresse Am flachen Broich wurden Dienstag zwei Bomben aus dem II. Weltkrieg entschärft. Die Blindgänger waren im Vorfeld der geplanten Bauarbeiten an der A540 entdeckt worden.

Punkt 15 Uhr gab Dirk Putzer Entwarnung. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Entschärfer die beiden Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg außer Gefecht gesetzt. Um die amerikanischen Fliegerbomben unschädlich machen und abtransportieren zu können, mussten die Bewohner im Evakuierungsgebiet ihre Häuser verlassen. Etwa 25 Personen waren davon betroffen.

„Bereits 2017 hatte Straßen.NRW den Antrag gestellt, die Weltkriegsbomben entschärfen zu lassen“, sagt Einsatzleiter Sebastian Johnen. Im Vorfeld der geplanten Sanierungsmaßnahmen an der A540 östlich der Bahnstrecke zwischen Laach und Gustorf waren die beiden Blindgänger entdeckt worden.

„Glück im Unglück“ habe man bei dem Fund gehabt, bei den Objekten handelt es sich um von den Amerikanern in den letzten Kriegsjahren abgeworfene Bomben mit einer Sprengkraft von jeweils 250 Kilogramm. Das Schwierigste, bilanzierte Einsatzleiter Johnen, sei gewesen „überhaupt an die Kampfmittel heran zu kommen“. Sie befanden sich auf einer Art Wall, der zum größten Teil abgetragen werden musste, „um auf Null-Niveau zu kommen“. Diese Maßnahme wurde bereits in der vergangenen Woche durchgeführt.

Dienstagvormittag begann der Countdown zur eigentlichen Arbeit um 11.15 Uhr. An insgesamt 18 Stellen wurden Zufahrtsmöglichkeiten im Bereich Gustorf-Nord und Laach-Süd durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie der Polizei eingerichtet. Außerdem zogen die Mitarbeiter von Tür zu Tür, um Häuser zu evakuieren oder um auf ein luftschutzmäßiges Verhalten hinzuweisen, das in einem Umkreis von 500 Metern galt. „Das verlief alles reibungslos“, wie Stadtsprecher Stephan Renner gegen Mittag mitteilte. Lediglich bei einem Mann gab es kleine Verzögerungen – er war offensichtlich im Begriff, in den Urlaub zu reisen und wollte noch seinen letzten Koffer packen. „Käme es an solchen Stellen zu Widerstand, wird im Zweifelsfall mit Hilfe der Feuerwehr die Tür geöffnet“, berichtet Sebastian Johnen über entsprechende Aktionen. Bei einer Entschärfung im März dieses Jahres sei ein solcher Eingriff notwendig gewesen.

Gegen 13.30 überflog zur „finalen Kontrolle ein Polizeihubschrauber das Areal, um sicherzustellen, dass sich wirklich keine Personen draußen aufhalten“, wie Renner sagte. Ab 14 Uhr begann Dirk Putzer dann, die beiden Weltkriegsbomben unschädlich zu machen. Bereits eine Stunde später war die Arbeit vollbracht. Die Bomben wurden zum Abtransport verladen, die Straßensperrungen unmittelbar aufgehoben. „Ob das unsere letzte Bombe in diesem Jahr war, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen“, äußerte sich Einsatzleiter Johnen zu möglichen weiteren Funden. Diese offenbaren sich immer erst beim Blick in aktuelle Luftaufnahmen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bombe auf der A540 entschärft