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Grevenbroich: Weihnachtsgeschäft zu ruhig

Grevenbroich : Weihnachtsgeschäft zu ruhig

Statt "Stille Nacht" Stille in Geschäften und Fußgängerzone: Das Weihnachtsgeschäft ist in Grevenbroich bisher nur schleppend angelaufen. Viele Händler hoffen auf Last-Minute-Käufer – auch an Heiligabend.

Statt "Stille Nacht" Stille in Geschäften und Fußgängerzone: Das Weihnachtsgeschäft ist in Grevenbroich bisher nur schleppend angelaufen. Viele Händler hoffen auf Last-Minute-Käufer — auch an Heiligabend.

Drangvolle Enge in den Straßen, sich windende lange Schlangen vor den Kassen, leere Regale — in Grevenbroich Fehlanzeige. Auch wenn in neun Tagen Heiligabend ist, fehlt bisher der große Ansturm auf die Weihnachtsgeschenke. "Wir hoffen jetzt auf steigende Nachfrage in der kommenden Woche", sagt etwa Anne Bitter, die ein (Wohn-)Accessoire-Geschäft am Grevenbroicher Marktplatz führt, stellvertretend für viele Händler.

Großstädte als Ziel

Grevenbroich ist keine Ausnahme. "In vielen kleineren Städten läuft das Weihnachtsgeschäft eher schleppend an", beschreibt Nora Timmerbeil (Rheinischer Einzelhandels- und Dienstleistungsverband) einen aktuellen Trend. Gerade die ersten Adventswochenenden würden die Kunden nutzen, um in größeren Städten wie Düsseldorf oder Köln einzukaufen oder in Einkaufszentren.

"Letztere bieten — neben der Wetterunabhängigkeit — den Vorteil, dass unterschiedliche Geschäfte unter einem Dach zu finden sind", so Timmerbeil. Sie rechnet mit einem "Run" auf die Läden in der kommenden Woche: "Wegen der langen Adventszeit haben bisher viele Menschen gedacht: ,Weihnachten ist noch weit.' Sie stellen jetzt erschreckt fest, dass ja wirklich bald Heiligabend ist."

Mit Last-Minute-Käufen am Heiligabend rechnet auch Corinna Broisch, stellvertretende Filialleiterin der "Mayer'sche Bücherstube Krause" an der Kölner Straße: "Schon im vergangenen Jahr hatten wir trotz des Schneefalls nur mit wenigen Kunden gerechnet und hatten dann so viel zu tun, dass es kaum zu schaffen war." Das jetzige Weihnachtsgeschäft verlaufe sehr schleppend — und "das, obwohl Bücher unverändert zu den Favoriten unterm Tannenbaum gehören", so Broisch.

Spürbare Ruhe unter der Woche, deutlich mehr Kunden am Samstag — so sieht auch die bisherige Bilanz des Weihnachtsgeschäfts bei Heiner Schnorrenberg (Lederwaren Schnorrenberg) am Synagogenplatz aus.

Taschen, Geldbörsen, oder Gürtel seien zwar Geschenke-Klassiker, doch bisher werde eher verhalten gekauft: "Auch wir hoffen jetzt auf eine starke Verkaufswoche vor Weihnachten." Juwelier Fred Leven ist bisher nicht unzufrieden, bestätigt aber: "Die Umsätze müssen bis zum 24. gemacht werden."

Die lange Adventszeit, nasses Wetter, fehlende Weihnachtsstimmung — das sind einige Gründe, die die Kunden weder kommen noch kaufen lassen. Anne Bitter hat zudem "mehr Zurückhaltung" beobachtet: "Die Geschenke fallen kleiner aus."

(NGZ)