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Grevenbroich: Wasserschaden: Kita bekommt Neubau

Grevenbroich : Wasserschaden: Kita bekommt Neubau

Nach einem Wasserschaden wird ein Gebäudeteil der Kindertagesstätte "Blumenwiese" der Lebenshilfe abgerissen und für 1,6 Millionen Euro neu gebaut. Dabei entstehen auch die ersten U3-Plätze für behinderte Kinder in der Stadt.

"Land unter" hieß es in mehreren Räumen des Familienzentrums "Blumenwiese" An der Sud in Elsen. Der Wasserrohrbruch Mitte vergangenen Jahres hat bis heute Folgen: Ein Gruppenraum ist nach wie vor gesperrt, die Kinder sind in einen Therapierraum umgezogen. Im Frühjahr rücken nun die Bagger an, um den betroffenen Gebäudeteil abzureißen und einen Neubau zu errichten.

Eine Sanierung des Komplexes, in dem sich früher die belgische Schule befand, hätte "einen sehr großen Aufwand bedeutet, der lohnt nicht mehr", erklärt Andreas Fortenbacher, pädagogischer Leiter der Lebenshilfe Rhein-Kreis Neuss, die der Träger des Kindergartens ist. "Der aus den 60er Jahren stammende Gebäudeteil ist in einer recht einfachen Bauweise errichtet." Und Kindergartenleiter Klaus Oellers schildert: "Als wir nach dem Rohrbruch die Wände geöffnet haben, haben wir gesehen, in welchem Zustand das Gebäude ist."

Also wurde neu geplant — und diese Gelegenheit auch gleich für eine Angebotserweiterung genutzt. "Wir wollen in drei integrativen Gruppen und in unserer Regel-Gruppe insgesamt 18 Plätze für U3-Betreuung schaffen", erläutert Lebenshilfe-Geschäftsführerin Hannelore Böhnke-Bruns. "Bislang hatten wir dafür nicht die räumlichen Möglichkeiten."

Zwölf U3-Plätze sind für behinderte Jungen und Mädchen vorgesehen. Paul Janus vom Fachbereich Jugend der Stadt betont die Bedeutung des Projekts auch für die Stadt: "Die ,Blumenwiese' wird der erste Kindergarten in Grevenbroich, der U3-Plätze für behinderte Kinder anbietet."

Mit dem einetagigen Neubau entstehen nun die erforderlichen Ruhe- und Wickelräume für die Kleinkinder. Die Gruppen erhalten insgesamt mehr Platz, auch die Therapieräume werden erweitert. "Damit sichern wir die Zukunft des Kindergartens — und wir tragen zum Ausbau des U3-Angebots in der Stadt bei", betont Matthias Nobis, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Lebenshilfe. Denn ab August 2013 haben Eltern Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren.

Der neue Teil des Kindergartens bleibt bestehen. Gebaut wird in Elsen bei laufendem Betrieb. "Die Baustelle wird vom Kindergartenbetrieb abgetrennt", erklärt Hannelore Böhnke-Bruns. Im Haus soll der Baubereich mit einer Wand abgeteilt werden. "Die Kinder freuen sich natürlich bereits auf den Tag, an dem die Bagger kommen", sagt Klaus Oellers.

Schon im Herbst 2013 soll der Neubau fertig sein. 1,6 Millionen Euro kostet das Bauprojekt. Für die neuen U3-Plätze habe die Stadt einen Zuwendungsantrag beim Land gestellt, eine Antwort aus Düsseldorf gibt es laut Janus aber noch nicht. Zu klären war aber auch die Raumfrage, denn für die Bauphase müssen drei Gruppen woanders untergebracht werden. Die Lebenshilfe wandte sich an die Stadtverwaltung. Zwar sei die Zusammenarbeit mit der Stadt sehr gut, so Lebenshilfe-Geschäftsführerin Hannelore Böhnke-Bruns. "Leider können wir für die ,Blumenwiese' kein geeignetes städtisches Gebäude zur Verfügung stellen", erklärte Paul Janus den Politikern im Jugendhilfeausschuss.

Nun sollen die Kinder für die Übergangszeit in Container auf dem Kita-Areal umziehen. "Hierfür gibt es spezielle Container für Kindergärten", sagt Böhnke-Bruns. Im Fachausschuss kündigte Janus an, dass die Stadt die Anmietung der Räume für etwa fünf Monate mit 30 000 Euro unterstützen will.

Das Geld ist bereits im Haushaltsentwurf eingestellt, am 6. Dezember will der Rat den Etat für das kommende Jahr beschließen.

(NGZ/rl)