Grevenbroich: Was heute in die Schultüte kommt

Grevenbroich : Was heute in die Schultüte kommt

Nächste Woche fängt die Schule wieder an – für 523 Kinder in Grevenbroich zum ersten Mal. Traditionell gehört auch eine prall gefüllte Tüte zum ersten Schultag. Was neben Süßigkeiten noch in die Schultüte kommt, erklären Ernährungsberater Robin Breuer und Mutter Anja Naumann.

Nächste Woche fängt die Schule wieder an — für 523 Kinder in Grevenbroich zum ersten Mal. Traditionell gehört auch eine prall gefüllte Tüte zum ersten Schultag. Was neben Süßigkeiten noch in die Schultüte kommt, erklären Ernährungsberater Robin Breuer und Mutter Anja Naumann.

Foto: Berns, Lothar

Für die sechsjährige Ira beginnt in wenigen Tagen der "Ernst des Lebens": Am 23. August geht sie das erste Mal zur Schule. Sie ist eines von 523 "i-Dötzchen", die dieses Jahr in Grevenbroich eingeschult werden. An jeder Grundschule in der Schlossstadt kann so mindestens eine Eingangsklasse gebildet werden — obwohl es etwa 80 Anmeldungen weniger gab als noch im vergangenen Schuljahr.

Was am ersten Schultag auf gar keinen Fall fehlen darf: die Schultüte. Die hat Iras Mutter vor einigen Wochen gebastelt. Wie sie aussieht, weiß Ira schon — was darin ist, allerdings noch nicht. "Das bleibt auch ein Geheimnis bis zum ersten Schultag", sagt Anja Naumann. Was Tochter Ira aber nicht erwarten kann, sind große Geschenke. "Ich hatte auch hauptsächlich Süßigkeiten in meiner Schultüte", erinnert sich Iras Mutter.

Der Brauch der Schultüte reicht bis ins Jahr 1810 zurück. Damals versüßte sie vor allem Kindern aus wohlhabenden Familien den ersten Gang zur Schule. Ihnen wurde erzählt, die Schultüten würden auf einem Baum im Garten des Lehrers wachsen. Sobald die mit Süßwaren gefüllten Schultüten groß genug seien, wäre das Kind reif für den Schulanfang.

Ernährungsberater Robin Breuer aus Wevelinghoven sieht solche bloßen "Zuckertüten" aber kritisch. "Es ist wichtig, dass man eine gute Mischung aus Süßem und Gesundem zustande kriegt", sagt er. Natürlich solle die Schultüte nicht nur mit Vollkornbroten und Äpfeln gefüllt werden. "Aber eben auch nicht nur mit Schokolade", meint er. Das würde Kinder zwar freuen, sei aber der falsche Weg, Kindern bewusste Ernährung näherzubringen. Mit Keksen und Vollkornwaffeln können die Kleinen beispielsweise etwas Süßes essen, das trotzdem nicht ungesund ist. "Natürlich darf auch Spielzeug als Füllmaterial nicht fehlen", fügt Breuer hinzu. Damit haben die Kinder noch länger Spaß als nur mit Süßigkeiten.

Monika Dicken vom Bastelladen "Hobby Dicken" weiß, dass Eltern auch oft Praktisches mit in die Schultüte packen: "Viele geben ihren Kindern auch noch Pinsel oder Malkästen mit", sagt sie. Viele Kindergärten bieten an, dass die Eltern dort die Schultüten basteln. Monika Dicken wurde dieses Jahr von mehreren städtischen Kindergärten angesprochen und um kreative Hilfe gebeten. Neben Süßigkeiten und Schulsachen kommen oft auch Glücksbringer für die ersten Schultage in die Tüte.

Die Schultütentrends wechseln dabei von Jahr zu Jahr. "Bei Mädchen war dieses Jahr viel mit Einhörnern und Prinzessinnen", sagt Monika Dicken. "Die Jungs haben lieber Gruseliges auf der Schultüte. Fußball war dieses Jahr aber auch sehr beliebt."

(msch-/jbe)
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