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Grevenbroich: Was gegen die Raupen-Plage helfen soll

Grevenbroich : Was gegen die Raupen-Plage helfen soll

Viele Hausgärten im Grevenbroicher Stadtgebiet sind offenbar von der Raupe des Buchsbaumzünslers befallen. Das belegten gestern die zahlreichen Reaktionen auf den NGZ-Bericht über das plötzliche und massive Auftreten des gefräßigen Schädlings. In Neurath und Gustorf ist das Tier wohl besonders aktiv, dort wurden ganze Buchsbaumhecken von tausenden Raupen befallen.

Der Buchsbaumzünsler ist ein aus Ostasien stammender Kleinschmetterling, der 2006 nach Deutschland eingeschleppt und zwei Jahre später erstmals in Nordrhein-Westfalen gesichtet wurde. Seine Raupen, die häufig versteckt in Gespinsten sitzen, können erheblichen Schaden an Blättern und Trieben verursachen. Durch einen Fraß an der Rinde sterben zum Teil ganze Triebe ab.

Als besten Schutz gegen die Raupenplage empfiehlt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die "chemische Keule". Im Haus- und Kleingarten können etwa die Präparate "Bayer Calypso" oder "Celaflor Careo" eingesetzt werden. Es ist allerdings nicht ganz einfach, die Raupen mit der Lösung ausreichend zu erfassen. "Die Mittel sollten daher mit möglichst hohem Druck und in entsprechender Menge ausgebracht werden", meint Josef Wolf. Der Vorsitzende des Gartenbauvereins Elsen, Orken und Fürth empfiehlt hier einen guten Druckpumpzerstäuber, der im Fachhandel oder in Baumärkten erhältlich ist.

Das Grünflächenamt der Stadtverwaltung setzt beim Kampf gegen den Buchsbaumzünsler auf das biologische Mittel "Delfin" — ein Fraßgift, das den Bazillus thuringiensis enthält, der vor einigen Jahren auch der Allrather Mückenplage den Garaus bereitete. "Der vom Bakterium produzierte Giftstoff wird von den Raupen beim Fressen aufgenommen und löst eine tödlich verlaufende Darmerkrankung aus", erklärt Rathaussprecher Andreas Sterken. Gegen den "Zünsler" hat die Stadt diesen Stoff jedoch noch nicht eingesetzt: "Denn wir haben nur wenige Buchsbäume in unseren Beständen", betont Sterken.

Ein Sud aus Zigaretten-Kippen

Von einer Alternativ-Methode zur Raupen-Bekämpfung hat Angelika Iven, Vorsitzende des Schrebergartenvereins Grevenbroich, gehört: Mehrere Zigarettenkippen einige Tage lang in Wasser aufweichen, den Sud anschließend durch ein Sieb pressen und die Flüssigkeit mit einem Zerstäuber in das Geäst der Buchsbäume spritzen. "Es gibt ein Mitglied, das auf diese Methode geradezu schwört", sagt Angelika Iven. Eine hundertprozentige Erfolgs-Garantie will die Garten-Expertin aber nicht geben.

(NGZ)