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Grevenbroich: Was die Stadt alles geschenkt bekommt

Grevenbroich : Was die Stadt alles geschenkt bekommt

Als Nothaushaltskommune ist die Stadt auf Sachspenden angewiesen – von der Waschmaschine bis zur Schultafel.

Was haben eine Miele-Geschirrspülmaschine des Typs "G8050U" und ein Eckla-Bollerwagen vom Fabrikat "Long Trailer" gemeinsam? Beides sind Spenden an die Stadt. Das hochwertige Küchengerät und das Holzwägelchen mit den feuerroten Rädern wurden Kindergärten gestiftet. Nur zwei Beispiele für die Freigiebigkeit der Grevenbroicher.

Ursula Kwasny legte dem Rat jetzt eine Liste mit Sponsoringleistungen vor, die sich sehen lassen kann. Alleine im vergangenen Jahr konnte die Bürgermeisterin Sach- und Geldspenden im Gesamtwert von mehr als 53 000 Euro entgegennehmen. "Ohne Zuwendungen wie diese wäre vieles für uns als Nothaushaltskommune nicht machbar", sagt die Verwaltungschefin. Dabei spielt sie auch auf den Erhalt von Kunstwerken im öffentlichen Raum an: Als die Bronze-Tiere des ehemaligen Marktbrunnens beschädigt wurden, sammelten Bürger das notwendige Geld und stifteten es der Stadt. "Das war ein tolles Engagement", lobt die Bürgermeisterin.

Es sind aber auch Kleinigkeiten, über die sich Kwasny freuen kann – etwa eine Wandtafel für die Kita im Buckau-Viertel, ein Indianerzelt für den Kindergarten in Frimmersdorf, vier Dreiräder für die Tagesstätte in der Südstadt oder ein Puppenhaus für die Gustorfer Kinder. "Das sind Dinge, die wir aus finanziellen Gründen nicht mehr so ohne weiteres anschaffen können", erklärt die Bürgermeisterin: "Umso mehr ist es zu begrüßen, dass es viele Grevenbroicher gibt, die uns mit Spenden unterstützen, die Kindern direkt zugute kommen. Ohne dieses Engagement kämen oftmals nicht klar." Auch die mobile Jugendarbeit profitiert davon. Im vergangenen Jahr erhielten die Streetworker unter anderem Camcorder und moderne Sitzmöbel für die Alte Feuerwache.

Ausstellungen im "Museum der niederrheinischen Seele" werden ebenso von Bürgern gesponsert wie die Netzwerktreffen unter dem Titel "Das ist Grevenbroich" – und auch für den vom Stadtmarketing veranstalteten "Schnee-Ball" im Januar gab es Unterstützer, die Licht- und Tontechnik sponserten, den Druck von Eintrittskarten oder eine Design-Dunstabzugshaube für die Tombola stifteten. Für die Finanzierung des Neujahrsempfangs (3169,30 Euro) und des Sturms der Karnevalisten auf das Rathaus (485,82 Euro) sorgte im Vorjahr die im Rathaus residierende Stadtentwicklungs-Gesellschaft (SEG).

Der Stadtrat nahm die Liste zur Kenntnis – lediglich ein Posten warf Fragen auf. Im August hatte die Stadt drei Elektroautos kostenfrei für zweiwöchige Testfahrten erhalten und diese mit einem Wert von 1377 Euro angegeben. SPD-Ratsfrau Martina Suermann kam dies merkwürdig vor, da Autoverleiher für einen solchen Zeitraum mehr als 4150 Euro verlangen würden. "Wie kommt es zu dieser Differenz", wollte Suermann wissen. Sie verlangt bis zur nächsten Ratssitzung auch Auskunft darüber, ob die Autos privat oder dienstlich verwendet wurden.

(NGZ)