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Grevenbroich: Wand-Werbung soll weg

Grevenbroich : Wand-Werbung soll weg

Große Reklametafeln stören das Bild in der City: Die Stadt will ihre Satzung für Werbeanlagen ändern. Nicht nur Politiker, auch Planungsexperten hatten die "minderwertige Warenpräsentation" kritisiert.

Werbung auf Häuserwänden, die vom Erdgeschoss bis zum Dach reicht. Große Reklametafeln, aggressive Fassadengestaltung — Grevenbroich soll nicht Las Vegas werden. Deshalb will die Stadtverwaltung die "Satzung für Werbeanlagen" ändern. Sie gehört zum "Integrierten Stadtentwicklungskonzept Innenstadt"; dafür hat die Kommune beim Land NRW eine Förderung beantragt.

Auch falls diese Finanzspritze nicht kommt: Die Satzung soll trotzdem geändert werden. "Wir werden damit bestehende Verhältnisse zwar nicht abschaffen, können aber Derartiges für die Zukunft verhindern", sagt Dezernent Werner Hoffmann im Gespräch mit der NGZ.

"Da bekommt man ja die Krise"

Grelle Neon-Lettern an Geschäftsfassaden, Riesen-Werbung an Bauzäunen oder Häuserwänden am Ostwall/Bahnstraße: Darüber ärgert sich SPD-Ratfsfrau Martina Suermann schon seit langem. "Bei manchen Werbeformen bekommt man ja die Krise", meint die SPD-Politikerin: "Das alles fällt negativ auf. Besser wäre ein einheitliches, schöneres Bild — besonders in der Innenstadt oder am Entree zur City." Deshalb habe die SPD bereits 2009 eine Satzungsänderung beantragt. "Wir sind froh, wenn das jetzt auf den Weg gebracht wird — endlich", sagt Suermann.

"Unattraktive Reklame- und Werbetafeln" sowie eine "minderwertige Warenpräsentation in den Schaufenstern entlang der Bahnstraße und Rheydter Straße": Dies waren auch Punkte, die die Verfasser des "Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Innenstadt (ISEK)" aufgelistet hatten.

Dieser Plan umfasst ein Investitionsvolumen von 6,4 Millionen Euro — dazu zählen auch Sanierungsprojekte etwa von Hausbesitzern oder Händlern. 1,14 Millionen Euro hat die Grevenbroicher Verwaltung bei der Bezirksregierung beantragt. "Mit Aussicht auf Erfolg", wie Dezernent Werner Hoffmann jetzt im Planungsausschuss unterstrich. Frühestens im Herbst rechnet er mit einem Signal aus Düsseldorf.

Das Handlungskonzept, das den Bereich zwischen Innenstadt und Bahnhof umfasst, könnte nach Hoffmanns Einschätzung ähnliche Auswirkungen haben wie die vor der Landesgartenschau (1995) getätigten Investitionen. "Die Bedeutung dieses Quartiers wird damit gestärkt. Das Konzept eröffnete komplett neue Möglichkeiten für die Zukunft."

Vor diesem Hintergrund begrüßt der Planungsdezernent ausdrücklich die Gründung der neuen "Stellwerk-Initiative": "Ich freue mich darüber, dass sich Bürger für diesen Bereich einsetzen wollen. Die Stadt hat damit konkrete Ansprechpartner." Das sehen auch die Mitglieder des Planungsausschusses so: "Das ,Integrierte Handlungskonzept' bringt Bürger, Stadt und Politik zusammen — was selten genug gelingt", kommentiert Dirk Gawlinski von den Grünen.

(NGZ/rl)