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Grevenbroich: Waldspaziergang auf eigene Gefahr

Grevenbroich : Waldspaziergang auf eigene Gefahr

Stadt lehnt die Haftung bei Pappelbruch ab. Die Brücke am Klosterweg wird aber repariert.

Um sein Enkelkind und alle anderen Fußgänger sorgt sich NGZ-Leser Reinhold Borgmann, der auf die zerstörte Brücke und die Abrutschgefahr an der Verlängerung des Klosterweges in Wevelinghoven hingewiesen hat. Dort bestehe vor allem jetzt in der dunklen und oft feuchten Jahreszeit akute Unfallgefahr, hat Borgmann gewarnt. Auf diesen, von unserer Redaktion weitergeleiteten, Hinweis hat die Stadtverwaltung jetzt prompt reagiert: "Nach Inaugenscheinnahme durch den Straßenkontrolleur wurde veranlasst, die beschädigten Teile des Mauerwerkes kurzfristig durch die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich abtragen zu lassen und die Schadensstelle abzusichern", meldete Stadtsprecher Robert Jordan.

Weniger zufriedenstellen kann die Stadt aber die Leser, die auf Gefahrenstellen hingewiesen hatten, die durch Pappelbruch entstehen. So sei an dem Weg Zur schwarzen Brücke die Stadt tatsächlich nicht zuständig, sagt Jordan, der auf eine Ortsbesichtigung verweist. Die habe zwar ergeben, dass drei Altholzpappeln mit den Jahren stark durch Windereignisse in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Zuletzt sei ein Kronenteil aus der ersten Pappel herausgebrochen, wodurch das angrenzende Weidentor beschädigt worden sei. Der Erftverband habe die Stelle wieder aufgeräumt. Der Standort der Pappeln trenne einen Entwässerungsgraben zum städtischen Wirtschaftsweg. Aber Jordan betont: "Sowohl der Graben, als auch die Parzelle, auf denen die Pappeln stehen und die angrenzende Weide, befinden sich in privatem Besitz. Damit stehen auch die Pappeln in Privatbesitz. Die Stadt hat hier keine Zuständigkeiten." Damit sei der private Grundstücksbesitzer haftpflichtig.

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NGZ-Leserin Gabriele Kühn hatte auf die Gefahren durch Pappelbruch am Pilgerweg in Langwaden hinter dem Schloss Hülchrath aufmerksam gemacht. Die Besitzerin des Reiterhofes Gut Degenhof hatte auch einen umfangreichen Schriftverkehr mit der Stadtverwaltung vorgelegt, in dem es hauptsächlich darum ging, wer denn nun für die Verkehrssicherungspflicht auf diesem Weg zuständig ist. Die Antwort der Stadtverwaltung lautet: "In dem Gehölzstreifen der Stadt Grevenbroich stehen an dieser Stelle keine Pappeln. Vielmehr sind aus dem Bestand des Grafen Nesselrode zu Zeiten des Sturmes ELA 2014 mehrere Pappeln aus seinem Bestand über den Gillbach durch den städtischen Gehölzstreifen auf die Pferdeweide der privaten Anlieger gefallen", berichtet Robert Jordan. In Flussrichtung des Gillbaches habe die Stadt Grevenbroich rechtsseitig einen einreihigen Gehölzstreifen, der grenze an eine Gewässerparzelle im Eigentum der Stadt, die aber vom Erftverband unterhalten werde. Linksseitig des Gillbaches grenze an den Pilgerweg unmittelbar der Wald des Grafen von Nesselrode. Und für den Pilgerweg gelte das Bundeswaldgesetz. Jordan zitiert daraus: "Das Betreten des Waldes geschieht auf eigene Gefahr."

(NGZ)