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Wald in Grevenbroich: Private Tierschützer helfen Fröschen mit Wasser

Tierschutz in Grevenbroich : Die Frosch-Retter aus dem Wald

Private Tierschützer wollen den Nachwuchs der Amphibien vor dem Tod bewahren. Im Wald rufen sie dazu auf, Pfützen mit Wasser zu befüllen. So haben Kaulquappen eine größere Chance, zu überleben.

Mitten im Wald, zwischen Schloss Hülchrath und dem Ortsteil Langwaden rufen private Tierschützer zum Schutz von Fröschen auf. Spaziergänger, die an der Stelle vorbeikommen, sollen Pfützen auf dem Waldboden mit Wasser aus dem nahe gelegenen Gillbach füllen. Dazu stehen Behälter bereit. Ein Plakat und Sprüche auf Bäumen weisen darauf hin, dass die Frösche so gerettet werden können. Wer hinter dieser Tierschutz-Aktion steckt, ist unklar.

Bertram Graf von Nesselrode, dem das kleine Waldstück gehört, kennt die Aktion der unbekannten Frosch-Retter in seinem Wald. „Es gibt Menschen, die ein Herz für Frösche haben und dort regelmäßig Wasser ausschütten“, berichtet er. Wer die Aktion tatsächlich durchführt und wer die Hinweisschilder mitten im Wald aufgestellt hat, weiß aber von Nesselrode nicht. Auch über die Gründe für die Aktion kann der Waldbesitzer nur mutmaßen. Er glaubt, dass der Wald zu trocken ist: „Seit Anfang März haben wir kaum Regen gehabt.“

Von Nesselrode vermutet, dass das Wasser Kaulquappen, die sich in kleinen Wasserlöchern und Pfützen tummeln, beim Überleben helfen soll. „Ich habe nichts dagegen“, sagt von Nesselrode. „Das ist gut für die Vielfalt in der Natur.“ Die Aktion der Frosch-Retter sei nicht nur für die Amphibien wichtig, sondern für die gesamte Lebensgemeinschaft im Wald.

 Ein Hilfeaufruf steht mit Kreide an einem Baum mitten im Wald.
Ein Hilfeaufruf steht mit Kreide an einem Baum mitten im Wald. Foto: Andreas Woitschützke
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Nach Meinung von Ulrich Pfeiffer von der Grevenbroicher Ortsgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ist die Aktion sinnvoll. „Es ist eine Möglichkeit, zu helfen“, sagt er. Das Wasser, das auf den Waldboden in Pfützen verteilt werden soll, helfe den Kaulquappen. Damit bestätigt er den Verdacht des Waldbesitzers. „Es kann passieren, dass bestimmte Froscharten in einer kleinen Pfütze laichen und ihre Jungtiere dann der Umgebung überlassen“, erklärt Pfeiffer. Wenn die Pfütze austrocknet, dann sterbe die ganze Population.

Die Kaulquappen zu retten, bis aus ihnen stattliche Frösche werden, sei allerdings eine schwere Aufgabe. Bis dahin könnten Wochen oder gar Monate vergehen, vermutet Pfeiffer. Denn die Laichzeit hat in diesem Jahr relativ spät angefangen, weil es zwischendurch sehr kalt war und sich die Frösche immer wieder vergraben haben – so wie sie es im gesamten Winter tun. Zudem könnten Raubtiere die Kaulquappen in der Pfütze entdecken und fressen.